So bereiten Sie Ihren Garten für den Winter vor

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Frühling und Sommer sind angefüllt mit Gartenarbeit – doch das ist nichts gegen den Herbst! Jetzt gilt es, alles wetter- und winterfest zu machen, für Ruhe bei den Pflanzen zu sorgen und alles vor Frost zu schützen. Was Sie jetzt noch tun müssen, erklären wir hier.

Garten winterfest machen: Der richtige Zeitpunkt macht‘s

Auch wenn die letzte Ernte auf den Beeten schon ein bisschen her ist, muss noch niemand sofort alles für den Winter vorbereiten. Nach der Ernte des Gemüses und vor den letzten Herbstarbeiten dürfen die Beete ruhig ein wenig ruhen. Ein guter Anhaltspunkt sind die Temperaturen. Tendieren diese nachts gen null oder gab es gar den ersten Nachtfrost, ist es an der Zeit, für die Winterruhe im Garten zu sorgen.

Der Rasen wird ein letztes Mal gemäht, was meist gegen Ende Oktober der Fall sein sollte. Dann ist nur noch mit einem geringen Wachstum zu rechnen. Zu spät darf das letzte Mähen im Jahr nicht erfolgen, dann ist das Gras zu kurz und nimmt bei stärkeren Frösten rasch Schaden. Es muss noch die Gelegenheit haben, ein wenig nachzuwachsen. Insgesamt ist eine Länge von rund sechs Zentimetern ausreichend.

Schauen wir uns nun einmal genauer an, was jetzt alles zu tun ist. Weitere Informationen nennt übrigens auch die Seite gartenbista.de.

Video: Garten winterfest machen – einfacher und umweltfreundlicher

Pflanzen gut versorgen

Gesunde Staudenpflanzen werden jetzt nicht mehr geschnitten, kranke oder abgestorbene Teile aber sehr wohl. Sie werden so weit zurückgeschnitten, wie sie erkrankt sind. Wichtig: Entsorgen Sie diesen Rückschnitt am besten in der Mülltonne, denn durch das Verrotten auf dem Komposthaufen können viele Keime überleben und breiten sich dann weiter aus. Gerade bei Pilzen stellt sich dieses Problem. Lassen Sie die gesunden Stauden ruhig ein wenig größer stehen, denn hier überwintern kleine Insekten. Außerdem schützen die Zweige die Pflanze selbst vor zu starken Frösten.

Sie haben Kübelpflanzen im Garten und auf der Terrasse zu stehen? Diese sollten Sie jetzt in ihr Winterquartier bringen. Exotische grüne Mitbewohner müssen ins Haus geholt werden, wobei die Temperaturen dort nicht zu hoch sein sollten. Ein wenig Ruhe brauchen diese Pflanzen auch und so ist eine Raumtemperatur von maximal 10 bis 15 °C meist ausreichend.

Immergrüne Pflanzen, die im Kübel stehen und draußen überwintern sollen, bringen Sie am besten in den Schatten. Die Sonne wärmt die Pflanzen zu stark und sie versuchen, Wasser zu ziehen oder gar zu treiben. Ist der Boden gefroren, vertrocknen die Pflanzen bzw. erfrieren sie, wenn sie zu stark „im Saft“ stehen. Gießen Sie sie an frostfreien Tagen etwas, damit keine Trockenheitsschäden entstehen. Stehen die Pflanzen nicht im Kübel, brauchen Sie sie nicht zu gießen. Dann ziehen sie nämlich die nötige Feuchtigkeit aus tieferen Bodenschichten und vertrocknen nicht so leicht.

Video: Gewürzkräuter einwintern

Kräuter ernten und winterfest machen

Nun ist die Zeit gekommen, ein letztes Mal Kräuter im Garten zu ernten. Lavendel, Oregano, Basilikum, Petersilie und Salbei pflücken Sie jetzt und schneiden die Pflanzen dann auch gleich zurück. Tomaten ernten Sie solange, bis der Frost eintritt. Vorsicht: Tomaten sind empfindlich und erfrieren leicht. Ein Trick ist es, die noch grünen Früchte zu ernten und an einer geschützten, dunklen Stelle zu lagern. Sie reifen dort nach, erlangen aber natürlich nicht mehr das volle Aroma der Freilandtomaten.

Schwarzwurzeln, Kohl und Wurzelpetersilie können noch ein wenig im Bett überwintern, ehe Sie sie ernten. Sollten Sie Probleme mit der gefürchteten Kohlfliege haben, sollten Sie allerdings jeden Kohl so früh wie möglich ernten und nicht warten, bis es Herbst wird. Die Verluste sind dann zu groß.

Auf die freien Flächen können Sie nun eine Mulchschicht oder etwas Gründung aufbringen, danach darf der Boden ruhen. Kunstdünger hingegen ist tabu, auch das weitverbreitete Umgraben im Herbst sollte nicht stattfinden. Damit stören Sie nur unnötig das Leben im Boden, denn Asseln, Bakterien und Würmer brauchen zum Zersetzen der Stoffe die gewohnten Lebensbedingungen, die sie aber nur in der Tiefe vorfinden. Durch das Umgraben würden Sie sie nach oben holen und damit teilweise zum Tode verurteilen. Außerdem schaden Sie damit dem Boden immens.

Für das Laub von Eiche und Walnuss gilt das aber nicht, es verrottet nur sehr schlecht und bildet eine dicke Schicht, die den Boden nicht mehr atmen lässt. Pilz- und Schimmelbildung können die Folge sein. (#01)

Für das Laub von Eiche und Walnuss gilt das aber nicht, es verrottet nur sehr schlecht und bildet eine dicke Schicht, die den Boden nicht mehr atmen lässt. Pilz- und Schimmelbildung können die Folge sein. (#01)

Bäume und Laub für den Winter vorbereiten

Zu einem winterfesten Garten gehört es auch, sich um Bäume und deren Laub zu kümmern. Von den meisten Bäumen können Sie das Laub einfach auf den Beeten liegen lassen, es bildet dort eine Humusschicht, die für neue Nährstoffe im Boden sorgt. Für das Laub von Eiche und Walnuss gilt das aber nicht, es verrottet nur sehr schlecht und bildet eine dicke Schicht, die den Boden nicht mehr atmen lässt. Pilz- und Schimmelbildung können die Folge sein. Das gilt auch für den Rasen, der vor dem Winter ein letztes Mal vom Laub befreit werden sollte, denn auch er leidet unter einer zu dicken Blätterschicht.

Folgende Dinge sollten Sie noch für die Bäume tun:

  • Schneiden Sie kranke und abgestorbene Äste zurück, sobald das letzte Laub gefallen ist.
  • Den Hauptschnitt bitte auf die letzten Wintertage legen!
  • Müssen Bäume gefällt werden, ist jetzt der passende Zeitpunkt gekommen.
  • Streichen Sie die Stämme von Obstgehölzen mit Kalk an, das schützt vor Rissen im Stamm.
  • Bringen Sie Leimringe als Schutz vor Blutläusen und Frostspannerweibchen an.
Gesunde Staudenpflanzen werden jetzt nicht mehr geschnitten, kranke oder abgestorbene Teile aber sehr wohl. Sie werden so weit zurückgeschnitten, wie sie erkrankt sind. (#02)

Gesunde Staudenpflanzen werden jetzt nicht mehr geschnitten, kranke oder abgestorbene Teile aber sehr wohl. Sie werden so weit zurückgeschnitten, wie sie erkrankt sind. (#02)

Empfindliche Pflanzen schützen

Gerade frisch gepflanzte Stauden, Sommerflieder und weitere sehr empfindliche Pflanzen brauchen jetzt schon jeden Schutz, den sie bekommen können. Am besten geht das mithilfe von Laub und dem Reisig von Fichten. Haben Sie keine natürlichen Materialien zur Hand, sind auch Vlies und Filzmatten eine gute Möglichkeit, die Pflanzen vor dem Frost zu schützen.

Rosen schützen Sie am besten durch das Anhäufeln – dazu bringen Sie Erde und Kompost haufenähnlich um den Wurzelansatz und bis zum unteren Teil der Zweige auf. Hochstammrosen bekommen eine Haube aus Jute, Sackleinen oder aus einem anderen atmungsfähigen Material aufgesetzt, Folie ist tabu. Lediglich die Gefäße von Kübelpflanzen dürfen mit Noppenfolie ummantelt werden.

Wichtig: Pflanzen brauchen auch im Winter Licht für ihre Photosynthese, daher dürfen sie nie dunkel abgedeckt werden. Zieht sich die Pflanze in ihre Knolle zurück, muss diese aber wiederum dunkel liegen. Alle oberirdischen Teile jedoch brauchen Licht und Luft. Schnee hingegen schadet nicht, er ist ausreichend luftdurchlässig. Gleichzeitig schützt er die Pflanzen vor dem Frost – sehr kalte, dafür aber schneereiche Winter sind kein Problem, trocken Winter hingegen schon. Dann sind die Frostschäden am größten.

Video: Kompost Herstellung ganz einfach

An den Komposthaufen denken

Bioabfälle wandern in die grüne Tonne? Aber doch nicht, wenn Sie einen Garten haben! Dann geht alles auf den Komposthaufen, der regelmäßig für frischen Humus für die Beete sorgt. Laubreste, Gehölzschnitt und Holzhäcksel können hier mit verrotten und werden zu wertvollem Kompost. Achtung: Bringen Sie keinen Rosenschnitt auf den Kompost, die Stacheln der edlen Pflanzen können sich in puncto Verrottung als sehr hartnäckig erweisen und werden sich später unangenehm auf dem Beet bemerkbar machen. Auch wenn das nur selten der Fall ist – ein Rosenstachel im Finger ist mehr als genug!

Wichtig: Für einen geordneten Komposthaufen müssen Sie frisches und trockenes Material mischen. Wenn es besonders schnell gehen soll, mischen Sie einfach Hornspäne unter, die Sie im Handel erwerben können. Hilfreich ist es auch, immer ein wenig Erde mit unterzumengen, dies unterstützt den natürlichen Verrottungsprozess.

Vor dem Ausbringen sieben Sie den Kompost noch einmal, damit Sie die groben, nicht verrotteten Teile herausfiltern können. Diese wandern einfach auf den neu angelegten Haufen und sind bis zum nächsten Jahr sicherlich ebenfalls zu Humus zerfallen. Den Kompost bringen Sie im Frühjahr auf die Beete aus und sorgen so für einen natürlichen Dünger. Gemischt mit Erde ist der eigene Kompost auch hervorragend als Blumenerde geeignet, in die Sie fast alle Zimmerpflanzen setzen können.

Nach all diesen Vorbereitungen kann der Winter kommen. (#03)

Nach all diesen Vorbereitungen kann der Winter kommen. (#03)

Wasser marsch!

Was müssen Sie noch vor dem Winter erledigen? Nicht nur die Pflanzen müssen vorbereitet werden, sondern auch der Rest des Gartens braucht ein wenig Aufmerksamkeit.

Vor allem alles, was mit Wasser zu tun hat:

  • Regentonnen werden jetzt geleert und am besten verkehrt herum aufgestellt. So verhindern Sie, dass kleine Tiere hineinfallen und nicht wieder hinauskönnen.
  • Lassen Sie das Wasser aus Springbrunnen ab.
  • Drehen Sie das Wasser ab und lassen Sie Wasserschläuche leerlaufen.
  • Sind die Fröste noch nicht so stark und Sie brauchen noch Wasser im Garten, schützen Sie den Anschluss mit einer dicken Ummantelung.

Nach all diesen Vorbereitungen kann der Winter kommen. Im nächsten Frühjahr werden Sie mit einem prächtigeren Pflanzenwachstum belohnt, wenn Sie jetzt ein wenig mehr Aufmerksamkeit in die Wintervorbereitungen stecken und Ihr Garten danach in seinen wohlverdienten Winterschlaf fallen kann.


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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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