Geranien überwintern – ganz leicht

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Geranien, die den Frühling und Sommer über gut gepflegt werden, können auch dann gut überwintern, wenn es lange, kalte Winter gibt. Voraussetzung dafür ist allerdings eine genau Vorbereitung der Überwinterungsstrategie. Wenn Sie also Ihre Geranien überwintern lassen möchten, dann lesen Sie unsere kleine Checkliste, dann klappt das bestens.

Geranien aufs Überwintern vorbereiten: es fängt schon im Herbst an

Gegen Ende Herbst sollten Gärtner ihre Geranien in den Winterschlaf versetzen. Wichtig zu beachten ist, dass die Pflanze zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel gegossen wird, da die Wurzeln sonst anfangen können zu faulen. Da Geranien lange und kalte Zeiträume nicht überstehen, sollten sie spätestens beim ersten Frost untergestellt werden. Gärtner haben dabei verschiedene Möglichkeiten, die Pflanzen auf den Winter vorzubereiten.

Geranien überwintern gerne im Blumenkasten

Die bequemste Methode ist wohl die Überwinterung im Blumenkasten. Dabei sollten die Geranien unbedingt alle paar Wochen gegossen werden. Außerdem sollte die Erde, sobald der Frühling beginnt, unbedingt auch noch ausgetauscht werden.

Kühle Räume wie Keller oder Garage sind ebenfalls ein gutes Winterquartier

Eine weitere Möglichkeit ist die Lagerung in kühlen Räumen. Dazu müssen sie, um den Winter gut zu überstehen, ein Drittel beziehungsweise bis zur Hälfte zurückgeschnitten werden. Als nächster Schnitt steht die Entfernung der Pflanze aus dem Kasten oder dem Kübel sowie die Säuberung der Wurzeln an. Die Wurzeln der Geranien sollten zudem in Kunststoff eingepackt werden, da dieses Material die Feuchtigkeit besser hält. Der Kunststoff sollte unbedingt mit einigen Luftlöchern versehen sein. Sind die Geranien nun auf diese Weise vorbereitet, werden sie kopfüber in einem kühlen Raum, wie beispielsweise einer Garage oder auch im Keller, aufgehängt. Im Frühling können sie schließlich wieder eingesetzt werden und blühen meist in voller Pracht.

Agent Adebar: „Pelargonie“ in geheimer Mission

Wenn wir so munter von Geranien sprechen, dann ist uns allen eigentlich gar nicht bewusst, dass dies überhaupt nicht deren richtiger Name ist. Die Geranien, die wir so in unseren Gärten hegen und pflegen, heißen eigentlich Pelargonien. „Aber wieso denn?“ werden Sie jetzt berechtigterweise fragen. Nun, der hier so gängige Name „Geranie“ hat sich wohl eingebürgert, wegen der Ähnlichkeit mit den winterharten Storchschnabel-Arten. Die heißen botanisch nämlich „Geranium“.

Zur Ehrenrettung von uns Deutschen muss man allerdings sagen, dass beide Pflanzengruppen zur Familie der Storchschnabelgewächse gehören. Die Storchschnabelgewächse wiederum haben den botanischen Familiennamen „Geraniaceae“. Der Gattungsname „Pelargonie“ ist von „pelargos“ abgeleitet, das ist das griechische Wort für Adebar den Storch.

Checkliste „Geranien überwintern“

Geranien zu überwintern, ist wie wir ja wissen ein alljährliches Thema für alle Garten- und Balkonfreunde, auf das man sich vorbereiten sollte. Natürlich gibt es viele winterharte Geranien-Arten, doch halten die meisten von denen keine sehr hohen Minustemperaturen aus. Damit es was wird finden Sie hier in unserer kleinen Checkliste den einen oder anderen Tipp zur erfolgreichen Überwinterung Ihrer Geranien. Die meisten Tipps lassen sich auch ganz leicht umsetzen.

1. Tipp: Auf Minusgrade achten

Geranien können den Winter gut überstehen, wenn man das Thermometer gut im Auge behält. Einen leichten Frost können sie schon mal ab. Bis etwa minus fünf Grad Celsius gehen die mit. Dann aber beginnt die Frostempfindlichkeit der Geranien. Vorbeugend werden die Geranien deshalb zwischen Ende Oktober und Ende November, aus der Erde geholt. Natürlich hängt das auch ein wenig vom Temperaturverlauf im Herbst ab. Für die Überwinterung dann haben wir verschiedene Möglichkeiten.

2. Tipp: mit der Schere die Geranien stutzen und austopfen

Mit der Schere können Sie die Geranien gut auf den Winter vorbereiten. Indem Sie die äußeren Triebe zurückschneiden, verbraucht die Pflanze nicht so viel Kraft um diese zu versorgen. So kommt sie besser mit dem aus, was sie im Winter geben kann. Nehmen Sie also die Gartenschere und schneiden Sie die äußeren Seitentriebe kräftig zurück. Es ist völlig okay, wenn pro Seitentrieb nur etwa zwei oder drei verdickte Knoten zurückbleiben.

Und noch eine Sache: Entfernen Sie auch alle Blätter. Wenn die Geranie später im Frühjahr dann wieder aus dem Winterquartier ausziehen will, dann sieht, man wie anfällig, die Blätter doch gegen Krankheiten und Schädlinge sein können. Ersparen Sie der Pflanze das und nehmen Sie die Blätter schon vor dem Überwintern ab.

Topfen Sie die Geranien jetzt aus. Die Pflanzen setzen Sie dann in 3er- oder 4er-Grüppchen zusammen in jeweils einen Blumentopf. Dort fühlen sie sich wohl und „können die Zeit über etwas plaudern“. Nicht vergessen: der Feinwurzelanteil muss unbedingt erhalten bleiben.

Jetzt brauchen die Geranien noch ein kleines Deckchen und ein lauschiges Plätzchen in der Wohnung. Geben Sie ein bisschen Sand und Blumenerde auf die Pflanzen, der nur ganz locker obendrauf liegt. Stellen Sie das topfige Winterbett an einen hellen Fleck in Wohnung oder Haus. Dort sollte es kuschlige fünf bis zehn Grad Celsius haben.

Auch ganz wichtig, damit die Geranien nicht zu früh mit dem Austreiben beginnen: wenn der Lagerort dunkler wird, dann muss auch die Temperatur niedriger werden. Wenn es dunkler oder wärmer wird, dann bekommen die Geranien schon mitten im Winter Frühlingsgefühle und fangen an auszutreiben. Das wollen wir nicht. Also kühlen wir ihr Mütchen etwas und wir kommen gut über den Winter.

3. Tipp: Wurzelnackte Geranien im Keller überwintern

Ohne Topf geht’s auch. Dann aber müssen die Geranien auf Tauchstation gehen, nämlich im Keller oder in der Garage oder im Gartenhaus (Königs hatten früher für sowas ihre Orangerie!) , wo es dunkel und kühl ist. Am besten holen Sie die Pflanzen samt Wurzelballen aus Topf oder Blumenkasten und wickeln diese mit Zeitungspapier dick ein. Nehmen Sie mehrere Lagen Zeitungspapier, damit die Pflänzleins gegen spontane Temperaturschwankungen geschützt sind.

Ganz wichtig: die Winterkleider der Geranien müssen absolut trocken sein, wenn sie eingemümmelt werden. Wenn nicht, dann droht ihnen die Fäulnis. Und das wäre doch schade, oder? Die papierverpackten Bündels legen Sie einfach in Gartenhaus, Garage oder Keller. Hier darf es gerne etwas frischer sein: die Temperatur sollte so zwischen zwei und zehn Grad Celsius liegen.

4. Tipp: Geranien überwintern auch gerne mal im Erdloch

Nein, im Ernst! Sie können ihre Schützlinge auch eingraben. Aber das geht natürlich nur, wenn Sie in einer wintermidlen Region leben. Wintermild heißt, dass die Temperaturen nicht tiefer sinken als auf ungefähr Null oder minus zwei Grad. Bayrischer Wald scheidet also aus. Nordseeküste ebenfalls. In der Stadt ist es ja meist ohnehin ein paar Grad wärmer als auf dem Land, insofern sind da die Städter vom Glück bevorzugt.

Wie geht „eingraben“? Ganz einfach: heben Sie eine etwa achtzig Zentimeter tiefe Mulde aus. Diese Mulde kleiden Sie mit Reisern, Stroh, Zweigen, Laub und Ästen aus. Stutzen Sie Ihre Geranien für diese Art des Überwinterns auf jeden Fall zurück. Das ist ganz wichtig. Denn jetzt legen Sie die gestutzten Geranien auf das Buddelbett.

Die Geranien müssen im Übrigen auch völlig erdfrei und ganz laubfrei sein. Fein. Wenn die Geranien dann so daliegen, dann legen Sie zunächst noch eine Schicht aus Stroh, Ästen & Co. obendrauf. Das gibt ein zusätzliches schützendes Polster aus einer Luftschicht für die Pflanzen. Dann schütten Sie die Erde, die früher in der Mulde war, einfach wieder oben auf.

Geranien: nach dem Überwintern wieder zum Blühen bringen

… ist der Titel unseres nächsten Beitrags. Für heute drücken wir erstmal die Daumen, dass es mit dem winterfest machen gut klappt. Im Frühjahr dann treffen wir uns hier wieder. Dann zeigen wir Ihnen, wie das mit dem „Einschulen der Winterkinder“ am besten geht.



Über den Autor

Iris Martin

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

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