Ginster: Pflege, Vermehrung, Standort & schneiden

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Man kennt ihn aus Romanen oder aus Gärten: Den Ginster — die Blume des Schutzes und der Bescheidenheit. Erfahren Sie, wie man ihn am besten behandelt und warum er seinem Namen alle Ehre macht.

Ginster-Pflege und -Standort — zurecht die Blume der Bescheidenheit

Achten Sie bei der Standortwahl darauf, dass er immer genug Sonne hat.

Achten Sie bei der Standortwahl darauf, dass er immer genug Sonne hat. (#01)

Der Ginster ist sehr pflegeleicht:

  • Er braucht beziehungsweise darf nicht gedüngt werden, da die Nährstoffproduktion kleine Bakterien an seinen Wurzeln schon übernehmen.
  • Außerdem braucht der Ginster nur sehr, sehr wenig Wasser, dafür aber umso mehr Sonnenschein.
  • Achten Sie bei der Standortwahl darauf, dass er immer genug Sonne hat.
  • Prallen Sonnenschein bevorzugt der Ginster entgegen Halbschatten.

Es gilt also: So viel Licht wie möglich!
Außerdem gedeiht der Ginster am besten in trockenem, durchlässigem Boden mit neutralem pH-Wert. Zu feuchter Boden und auch zu viel Gießen gefährdet die Wurzeln davor zu faulen.
Ginster können sowohl in Kübeln als auch frei gehalten werden. In Kübeln gehalten sollten Sie darauf achten, dass Sie die Pflanze mäßig gießen, aber stehende Nässe vermeiden.

Wenn Sie sich für die zweite Möglichkeit entscheiden und den Ginster frei im Garten setzen wollen, sollten Sie den Standort bedacht wählen. Einmal gepflanzt, sollte der Ginster nach Möglichkeit nicht umgesiedelt werden, da eine Umsiedlung der Pflanze schaden könnte.

Beim Pflanzen sollten Sie umbedingt darauf achten, dass der Ginster mit seinen Wurzelballen gesetzt wird. Denn nackte Wurzeln haben oft Probleme, sich im neuen Boden buchstäblich „einzuleben“. So müsste auch der gesamte Wurzelballen ausgegraben werden, sofern eine Umsiedlung doch nötig sein sollte.

Ginster vermehren und züchten

Ginster können sowohl durch Aussaat als auch mit Stecklingen vermehrt werden. Und: das sogar unglaublich schnell. Der Ginster gehört zu den Gewächsen, die sich rasend schnell ausbreiten können.

  1.  Ginster aussähen
  2. Wenn Sie Ginster mit den Samen aus den eigenen Schoten vermehren wollen, können Sie damit entweder im August anfangen, wenn die Samenkörner der Pflanzen gereift sind. Sie können die Aussaat aber auch sammeln und bis zum Frühjahr — licht- und feuchtigkeitsgeschützt — aufheben. Ginster können das ganze Jahr gesetzt werden.
  3.  Ginster-Stecklinge züchten
  4. Eine andere Möglichkeit, Ginster zu vermehren ist, eigene Stecklinge zu züchten. Schneiden Sie dafür etwa 20 Zentimeter lange Setzlinge aus der Mutterpflanze. Pflanzen Sie diese nun in einen mit Sand und Zuchterde gefüllten Kübel bei einer Raumtemperatur von knapp über 20 Grad Celsius. Auch hier gilt: vermeiden Sie stehende Nässe — aber in diesem Fall auch direkte Sonneneinstrahlung! — und halten Sie den Sprössling stets feucht.

Im Allgemeinen ist von der Stecklingsvermehrung aber eher abzuraten, da sie laut Experten recht langwierig und die Überlebensquote der Sprösslinge nicht garantiert ist.

Video:Blühende Säulen, ganz einfach selber ziehen

Ginster schneiden?

Gerade weil der Ginster zu den schnell wachsenden Blumen zählt und sich schnell und möglicherweise auch unkontrolliert ausbreiten kann, ist es empfehlenswert den Ginster gelegentlich zu schneiden. Im Allgemeinen wird vom Schneiden abgeraten, doch sobald seine Triebe auf Boden treffen, nisten sie sich sehr schnell ein und können für den Gärtner zum Verhängnis werden. (Er kann schnell den ganzen Garten einnehmen!) Die Lösung zum Zähmen ist also in diesem Fall doch: schneiden.

Stutzen Sie dazu einmal im Spätherbst, ideal wäre Ende Oktober/Anfang November, und einmal im Frühling die Spitzen und befreien Sie die Pflanze von erfrorenen Sprossen. Von einem Radikalschnitt bei Jungpflanzen ist aber abzuraten. Lediglich ältere Genista-Gewächse, wie der Ginster auf Lateinisch heißt, können auch mal kräftiger zurückgeschnitten werden ohne dass man den Neuaustrieb gefährdet. Neue Blüten kommen bei älteren Ginstern dann trotzdem.

Wissenswertes über Ginster-Arten

Die häufigste und auch die wohlbekannteste Blütenfarbe bei Genista-Pflanzen ist gelb

Die häufigste und auch die wohlbekannteste Blütenfarbe bei Genista-Pflanzen ist gelb (#02)

Die häufigste und auch die wohlbekannteste Blütenfarbe bei Genista-Pflanzen ist gelb. Es gibt aber auch Ginster in weiß, orange, verschiedenen Rottönen und Sorten, die sogar zweifarbig blühen. Der ebenso gelb blühende Besenginster zählt jedoch nicht zur eigentlichen Ginsterart. Das kann man seinem lateinischem Namen entnehmen.

Genau genommen gehört der sogenannte Gewöhnliche Besenginster (lateinisch Cytisus Scoparius) nämlich irrtümlicherweise zur Gattung des Geißklees (lateinisch Cytisus), die dem Ginster zwar ähnlich ist, aber strenggenommen zu der Familie der Hülsenfrüchtler zählt.

Ursprünglich aus dem mediterranen Raum stammend, ist der Ginster mit seinen über 50 verschiedenen Arten eine der weitverbreitesten Schmetterlingsblütler der Welt. Er taucht in Skandinavien, Russland, Polen, aber auch im nordafrikanischen und west— bis mittelasiatischen Raum auf und gilt in Neuseeland sogar, dadurch dass er sich so unkontrolliert ausbreiten kann, als eine Art unerwünschte Plage.

Doch ob Plage oder nicht: Der Ginster ist mit seiner ästhetischen Blütenform und vielfältigen Farbe vor allem eine Gartenzierde, die einfach anzusiedeln und zu pflegen ist. Er ist und bleibt bescheiden, anspruchslos und macht sich außerdem auch gut als Dekoration in Blumenvasen und Sträußen.

Als Zeichen des Schutzes wäre er ein schönes Geschenk für bescheidene Freunde, sofern es mal an Geschenkideen mangeln sollte…


Bildnachweis:©Fotolia-Titelbild:sunset man-#01: liliaceaen-#02:dd_

About Author

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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