Iris: Pflanzen, Pflege, Vermehren

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Die Iris oder Schwertlilie ist eine alte Gartenpflanze, die man schon vor Christi Geburt in Asien kultivierte. Sie wird in zwei Gruppen unterteilt: Die Rhizomiris mit dicken, unterirdischen Sprossen und die kleine Zwiebeliris. Nach der griechischen Göttin Iris benannt, gilt sie auch als Tochter des Regenbogens. Alles zu Pflege und Standort.

Gattung und Herkunft

Schwertlilien, botanischer Name Iris, gehören zur Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) und sind die vielfältigsten Stauden im Garten. Als Tochter des Regenbogens macht sie mit einer breiten Farbpalette ihrem Namen alle Ehre und bezaubert mit ausgefallenen Farbkombinationen. Von blau, gelb, weiß, rosa, orange bis hin zu rot und fast schwarz sowie mehrfarbige sind nahezu alle Farben vertreten. Dazu verschiedene Blütenformen und Wuchshöhen von 15-110 cm.

Es gibt etwa 200 ursprüngliche Irisarten, dazu kommen zahlreiche Züchtungen wie etwa die attraktive Bartiris. Die meisten davon stammen von der nördlichen Halbkugel aus den gemäßigten Zonen Europas und Asiens. Heute finden wir Iris fast überall, zumal es auch Arten gibt, die Trockenheit vertragen. Unsere Garten-Iris sind pflegeleichte Arten und winterhart.

Video: Wissenswertes über Schwertlilien

Standort und Boden

Die meisten Schwertlilien lieben ein warmes, sonnenreiches Plätzchen und nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Lehmige Böden umgraben und reichlich Sand untermischen. Steppen- und Bartiris zählen zu den wärmeliebenden Arten, während die Wieseniris einen feuchten Standort und die Sumpfiris sogar nasse Teichränder bevorzugen. Niedere Arten, wie die kleine Netzblatt-Iris, sind für Steingärten ideal, lassen sich aber auch in Töpfen kultivieren. Vor zu viel Nässe sollten diese Kleinen geschützt werden.

Iris pflanzen

Gepflanzt werden Iris am besten im Spätsommer, dann können sie bis zum Winter gut einwurzeln. Auch im zeitigen Frühjahr ist eine Pflanzung noch möglich.

Iris mit Rhizomen

  • Sonniger Standort. Man lockert den Boden auf und verteilt gut verrotteten Kompost oder Dünger darauf.
  • Bartiris: Blätter bis auf 10 cm zurückschneiden und beschädigte Wurzeln entfernen. Eine eiförmige Grube graben, deren Spitze an der Oberfläche und das Ende etwa 10 cm tief liegt. Das Rhizom an die Spitze legen und die Wurzeln zum breiteren Ende hin verteilen. Erde über die Wurzeln füllen, dabei das obere Rhizomende frei lassen. Erde gut andrücken und gründlich wässern. Die Erde darf in den folgenden Wochen nicht austrocknen.
  • Bartlose Iris: Blätter auf etwa 20 cm zurückschneiden und beschädigte Wurzeln entfernen. Ein Loch von etwa 4 cm graben, das Rhizom hinein legen, dabei die Wurzeln gut ausbreiten. Mit Erde auffüllen und festdrücken. Das Rhizom sollte 2 cm unter der Erde liegen. Gut angießen und weiterhin feucht halten.

Iris mit Zwiebeln

  • Durchlässiger Boden, sonniger Standort. In schweren Böden kann es sein, dass im zweiten Jahr keine Blüte mehr erscheint. Vorsicht beim Einpflanzen, dass die Wurzeln nicht beschädigt werden! Zwiebeliris etwa 10-15 cm tief einpflanzen. Erde gut festdrücken und angießen. Weiterhin feucht halten.
Die Iris oder Schwertlilie ist eine alte Gartenpflanze, die man schon vor Christi Geburt in Asien kultivierte.

Die Iris oder Schwertlilie ist eine alte Gartenpflanze, die man schon vor Christi Geburt in Asien kultivierte.(#01)

Iris: Pflege, düngen, gießen

Die pflegeleichte Iris mit ihren attraktiven Blütenständen ist in jedem Garten willkommen. Sind die Blütenstände verwelkt, schneidet man die Stängel bis auf etwa 10 cm ab, damit sie keine Samen bilden. Die Blätter der Schwertlilien sterben im Winter ab und sollten spätestens im Frühjahr entfernt werden, da sie sonst Schnecken anziehen und die Rhizome faulen könnten.

Außerdem brauchen die neuen Austriebe Licht und Luft. Die Blätter können aber auch im Herbst schon bis auf 15 cm abgeschnitten werden. Iris sind winterhart, trotzdem tut es ihnen gut, wenn man sie im Herbst mit Laub oder einer dünnen Schicht Kompost abdeckt. Nach Möglichkeit nicht um die Pflanzen herum hacken, da sonst die Wurzeln und Rhizome verletzt werden.

Gedüngt wird bei Rhizom-Iris im Frühjahr vor dem Austrieb mit Kompost oder Volldünger. Zwiebeliris dagegen erhalten nach der Blüte alle 14 Tage Flüssigdünger bis ihre Blätter gelb werden. Damit sammeln die Zwiebel Kraft für das nächste Jahr.

Gegossen wird bei Bedarf, die Erde sollte nicht zu nass sein.

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Vermehrung

Grundsätzlich ist die Vermehrung durch Samen möglich, einfacher und schneller geht es jedoch durch die Teilung der Rhizome bzw. der Zwiebel. Außerdem ist die Sortenechtheit gewährleistet.

  • Vermehrung bei Bartiris:
    Die Rhizome teilt man etwa alle drei Jahre nach der Blüte, spätestens bis September. Damit können die Pflanzen vermehrt werden und die Blütenqualität verbessert sich. Dazu wird der Boden mit einer Grabegabel gelockert und der ganze Bestand herausgehoben. Mit einem scharfen Messer schneidet man am Rand die jüngeren Rhizome mit jeweils 1-2 Blattbüscheln ab. Vorsicht, die neuen Wurzeln nicht beschädigen! Welke Blätter abnehmen, die grünen bis auf etwa 15 cm zurückschneiden und das Rhizom einpflanzen. Die alten Rhizome des Mittelteils werden entsorgt.
  • Vermehrung bei bartlosen Iris:
    Auch diese Arten sollten nach 3-4 Jahren geteilt werden, da sie aus der Mitte heraus verkahlen bzw. absterben. Die ideale Zeit dafür ist der Spätsommer, spätestens jedoch im April des nächsten Jahres. Dazu entfernt man den welken Teil und schneidet die Blätter um die Hälfte zurück. Den Boden rund um die Pflanzen auflockern und mit einer Grabegabel den Bestand vorsichtig herausheben.
    Mit dem Spaten die Rhizome so zerteilen, dass 4-6 Blattbüschel an jedem Teil verbleiben. Diese Teile dann neu einpflanzen
  • Vermehrung bei Zwiebeliris:
    Alle Zwiebeliris vermehren sich durch ihre natürliche Zwiebelteilung. Bei zu dichtem Bestand gräbt man nach dem Vergilben der Blätter die Zwiebel vorsichtig aus, lässt sie trocknen, teilt dann die einzelnen Zwiebeln auseinander und setzt sie im September/Oktober neu ein. Die große Mutterzwiebel blüht wieder im nächsten Jahr, während die kleinen Tochterzwiebeln erst nach zwei Jahren blühen.
Die Verwendung von Schwertlilien ist vielfältig. Von höheren Stauden im Beet oder am Teichrand bis zum Steingarten oder im Topf zeigen sie ihre Blütenpracht.

Die Verwendung von Schwertlilien ist vielfältig. Von höheren Stauden im Beet oder am Teichrand bis zum Steingarten oder im Topf zeigen sie ihre Blütenpracht.(#02)

Iris: Verwendung und ideale Nachbarn

Die Verwendung von Schwertlilien ist vielfältig. Von höheren Stauden im Beet oder am Teichrand bis zum Steingarten oder im Topf zeigen sie ihre Blütenpracht. So veredeln hohe Schwertlilien jedes Staudenbeet. Ideale Partner sind Pfingstrosen, Taglilien, Rittersporn, Zierlauch und Mohn. Die niederen Zwergiris dagegen blühen früher und passen im Steingarten zu Blaukissen, Gräsern und anderen Frühblühern. Nicht zu vergessen die Wieseniris, die im Frühling ganze Feuchtwiesen zum Leuchten bringt.

Verwendung in der Medizin

Schon zur Zeit Karls des Großen war die Schwertlilie als „Violwurtz“, also Veilchenwurzel, bekannt. Weniger wegen ihrer Blütenpracht, vielmehr als Heilmittel für die verschiedensten Beschwerden. Bekannt sind die Veilchenpastillen und die Veilchenwurzel für zahnende Kinder. Auch die Griechen und Römer in der Antike schworen auf den Veilchenduft der getrockneten Iriswurzel, mit der sie ihren Wein würzten.

Irissalben und -öle wurden gegen Husten, Durchfälle und allgemeine Schmerzen verwendet. Irisextrakte gelten heute noch als Brech- und Abführmittel. Ebenso sind sie in Zahnpflegemittel, Parfüm, Liköre und Tabakmischungen enthalten.

Die Blüten der Iris sind dreiteilig und wirken bei einigen grazil, bei anderen wiederum recht üppig.

Die Blüten der Iris sind dreiteilig und wirken bei einigen grazil, bei anderen wiederum recht üppig.(#03)

Aussehen und Arten

Die Blüten der Iris sind dreiteilig und wirken bei einigen grazil, bei anderen wiederum recht üppig. Blütezeit ist bei den niederen – meist Zwiebeliris – je nach Witterung Ende Februar/Anfang März, bei den höheren Iris ab April.

Die faszinierenden Blüten dieser Stauden mit ihrer Farb- und Formenvielfalt erstaunen immer wieder. Charakteristisch sind die schmalen, schwertartigen Blätter, Speicherorgane sind die Rhizome, Knollen und Zwiebel.

  • Iris barbata oder Iris germanica, Bartiris, Höhe je nach Sorte von 15-120 cm, Blütezeit: niedere ab April, höhere ab Mai. Standort sonnig, ideal als Stauden im Beet, winterhart, in vielen Farben erhältlich
  • Iris sibirica, bekannt als Wieseniris, Höhe 60-70 cm, Blütezeit: Juni-August. Standort sonnig, jedoch feuchter Boden, winterhart, in verschiedenen Farben erhältlich. Ältere Sorten eignen sich in naturnahen Gärten zum Verwildern, anspruchsvoller sind die neueren Sorten mit ihren auffallenden Blüten.
  • Iris spuria, Steppeniris, Höhe 90-110 cm, Blütezeit: Juni-Juli. Warmer Standort mit voller Sonne, Farbe lila und gelb.
  • Iris reticulata, Zwergiris (Zwiebeliris), Höhe 10-15 cm, blüht sehr früh. Standort sonnig bis halbschattig, schön in Steingärten, winterhart, blüht in Blau, Lila und Gelb. Auch als Zimmerpflanze möglich.
  • Iris versicolor, Sumpfschwertlilie, Höhe 60-80 cm, Blütezeit Juni-Juli. Die pflegeleichte Sumpfschwertlilie ist ideal für Teichränder. Sie ist winterhart und blüht in Blau und Gelb.
  • Iris xiphium, Zwiebeliris, verschiedene Sorten, Höhe 45-60 cm, Blütezeit: Juni-Juli, sonniger Standort, im Winter leichter Schutz empfehlenswert, in verschiedenen Farben erhältlich.
Die faszinierenden Blüten dieser Stauden mit ihrer Farb- und Formenvielfalt erstaunen immer wieder. Charakteristisch sind die schmalen, schwertartigen Blätter, Speicherorgane sind die Rhizome, Knollen und Zwiebel.

Die faszinierenden Blüten dieser Stauden mit ihrer Farb- und Formenvielfalt erstaunen immer wieder. Charakteristisch sind die schmalen, schwertartigen Blätter, Speicherorgane sind die Rhizome, Knollen und Zwiebel.(#04)

Krankheiten und Schädlinge

Schwertlilien sind für Krankheiten wenig anfällig. Dagegen sind Schnecken die größere Plage. Sie fressen oft schon die jungen Knospen der Blüten sowie die Triebspitzen der Blätter. Bei Zwiebeliris dagegen sind Wühlmäuse die Übeltäter, da sie die Zwiebeln fressen.


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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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