Kräutergarten im Frühling: Wissenswertes, Tipps & mehr

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Auch Hobbygärtner wissen: Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, kann der Gemüse- und Kräuteranbau beginnen. Spätestens wenn die Natur wieder richtig im Frühlingsrausch erblüht, gibt es für Sie einiges zu tun. Und jeder Pflanzenfreund weiß: Regelmäßige Gartenarbeit zahlt sich aus und auch eine Fenster- und Balkonbepflanzung kann schon nach relativ kurzer Zeit Erträge bringen.

Hilfreiche Tipps für jeden Hobbygärtner

Hierfür ist auch kein besonders großes Pflanzenwissen vonnöten. Dennoch ist jedem Hobbygärtner zu raten, die jeweils von der Natur vorgegebenen Gesetzmäßigkeiten in puncto Aussaat, Keimzeit und Pflege im Sinne einer ertragreichen Ernte zu beherzigen. Beispielswiese kann ein detaillierter Aussaatkalender für Kräuter Ihnen zeigen, an welchen Monaten Sie was pflanzen sollten. Dabei sind vor allem Heilkräuter von großem Nutzen, da diese wahre Gesundmacher sind. Schon Hippokrates und Hildegard von Bingen vertrauten auf ihren Reichtum an Antioxidantien, Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen und ihre jeweils ganz speziellen sekundären Pflanzenstoffe.

Ausstattung für die Gartenarbeit: Für eine erfolgreiche Aussaat von Gemüse und Kräutern ist es wichtig, dass Sie den Nährstoffgehalt Ihres Bodens einschätzen können. So kann es sich zum Beispiel lohnen, zur Steigerung des Humusgehaltes Gründüngungspflanzen einzusäen. Und bei einer Bearbeitung des Bodens brauchen Sie notwendigerweise Werkzeug. Daher ist ein ebenso relevantes Thema die Frage nach der notwendigen Ausrüstung des (Hobby-) Gärtners mit Gartengeräten. Schließlich wollen Sie doch voll ausgestattet sein – auch wenn prinzipiell gilt: „Weniger ist mehr“. Grundsätzlich sind wirklich belastbare Werkzeuge für gewöhnlich etwas kostspieliger.

Diese Gartengeräte helfen Ihnen beim Pflanzen von ihren Gartenkräutern (#01)

Diese Gartengeräte helfen Ihnen beim Pflanzen von ihren Gartenkräutern (#01)

Machen Sie den Check, ob Sie nachfolgende Werkzeuge bereits in Ihrem Repertoire haben:

  • Beil,
  • Besen,
  • Eimer,
  • Gießkanne,
  • Hacke,
  • Leiter,
  • Messer,
  • Rasenmäher,
  • Rechen,
  • Schaufel,
  • Scheren,
  • Schubkarre,
  • Spaten und
  • Unkrautstecher.

Gemüse- und Kräuterregeln: Sie können mit den besten Erfolgen im Gemüseanbau rechnen durch die Beachtung einer sogenannten „Fruchtfolge“ und im Kräuteranbau durch die Implementation einer sogenannten „Kräuterspirale“. Das heißt beim Gemüse: Sie sollten dieses nach Möglichkeit nicht zwei Jahre hintereinander auf dieselbe Fläche pflanzen. Durch einen intelligenten Wechsel der Aussaat werden Ihre Pflanzen optimal mit Nährstoffen versorgt und sind gleichzeitig widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge.

Sie ernten Ihre ersten Kräuter? Viele verschiedene Verwendungsmöglichkeiten gibt es. (#02)

Sie ernten Ihre ersten Kräuter? Viele verschiedene Verwendungsmöglichkeiten gibt es. (#02)

Das gilt auch für Kräuter: Denken Sie daran, dass nicht jedes Kraut zusammen in einem Topf gepflanzt werden kann. Sachkundige Gartenfreunde wissen, dass auch (einjährige) Kräutersorten besser gedeihen, wenn sie im nächsten Jahr an einem neuen Standort aufgezogen werden. Ferner sollten Sie wissen, dass nicht nur Kräuter sondern auch Gemüse bei der Wahl ihrer Nachbarn wählerisch sind. Kombinieren Sie diese also richtig, damit Sie positiv das Wachstum Ihrer Pflanzen und damit auch deren Ernte beeinflussen können.

In unterschiedlichen Konstellationen ergänzen sich die jeweiligen Pflanzen sogar dermaßen perfekt, dass beispielsweise die Kräuter sich wechselseitig vor Krankheiten und Schädlingen schützen. Aus diesem Grund lohnt es sich, dass Sie selbst für den kleinsten Kräutergarten die Anordnung Ihrer Pflanzen planen.

Einjährige Kräuter: Grundsätzlich sollten Sie Kräuter, die nur ein Jahr lang blühen, nicht mit zwei- oder mehrjährigen Kräutern zusammenpflanzen.

Video: Hildegard von Bingen Klosterwissen – St. Hildegard-Posch


Lassen Sie am besten jede Kräuter-Kategorie unter sich. Zu den beliebtesten einjährigen Kräutern gehören:

  • Basilikum,
  • Bockshornklee,
  • Dill,
  • Kapuzinerkresse,
  • Kamille,
  • Kerbel,
  • Koriander,
  • Kresse,
  • Kreuzkümmel,
  • Majoran,
  • Petersilie und
  • Rosmarin.

Nebeneinander eingepflanzt, vertragen sich besonders gut: Dill, Majoran, Kerbel, Kresse und Petersilie. Basilikum gilt jedoch als Geheimfavorit, da er seine einjährigen Nachbarn im Beet oder Blumenkasten vor Mehltau und der (Gewächshaus-) Weißen Fliege schützt. Mehr noch: Umgeben Sie sich auf Balkon und Terrasse mit Basilikum, dann vertreiben Sie lästige Fliegen und Mücken im Allgemeinen. Gut zu wissen: Mit Rosmarin können Sie das Wachstum von Basilikum wunderbar fördern.

Nebeneinander eingepflanzt, vertragen sich besonders gut: Dill, Majoran, Kerbel, Kresse und Petersilie. (#03)

Nebeneinander eingepflanzt, vertragen sich besonders gut: Dill, Majoran, Kerbel, Kresse und Petersilie. (#03)

Zwei- und mehrjährige Kräuter: Zu den Favoriten unter den zwei- und mehrjährigen Kräutern zählen im Wesentlichen:

  • Bärlauch,
  • Beifuß,
  • Barbarakraut ,
  • Estragon,
  • Fenchel,
  • Huflattich,
  • Kümmel,
  • Minze,
  • Melisse,
  • Oregano,
  • Salbei,
  • Sauerampfer,
  • Schnittlauch,
  • Thymian und Waldmeister.
Besonders gut miteinander harmonieren: Estragon, Melisse, Schnittlauch, Salbei und Thymian. In diesem Zusammenhang ist die Melisse hervorzuheben, da diese überaus hervorragend ihre Nachbarn fördert. (#04)

Besonders gut miteinander harmonieren: Estragon, Melisse, Schnittlauch, Salbei und Thymian. In diesem Zusammenhang ist die Melisse hervorzuheben, da diese überaus hervorragend ihre Nachbarn fördert. (#04)

Besonders gut miteinander harmonieren: Estragon, Melisse, Schnittlauch, Salbei und Thymian. In diesem Zusammenhang ist die Melisse hervorzuheben, da diese überaus hervorragend ihre Nachbarn fördert. Unter den oben genannten Pflänzchen befinden sich Kräuter, die nicht nur in der Küche Verwendung finden, sondern auch als sogenannte „Verpiss-Dich-Pflanzen“ in Beeten und auf der Terrasse integriert werden können. Der Name rührt daher, dass die Nesseln vieler dieser Pflanze ätherische Öle enthalten – einen Geruch, den beispielsweise Katzen überhaupt nicht mögen. Ferner finden diese Pflänzchen sogar als Heilkräuter Verwendung. Nicht ohne Grund wurden Thymian im Jahr 2001, Salbei im Jahr 2003 und Lavendel im Jahr 2008 zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Sekundäre Pflanzenstoffe: Die unter anderem auch in Kräutern enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zählen zwar nicht zu den für den Menschen essenziellen Nährstoffen, haben aber dennoch, davon geht die Wissenschaft aus, Einfluss auf eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen. Womöglich schützen Sie ebenso vor verschiedenen Krebsarten wie sie vaskuläre Effekte – die Erweiterung von Blutgefäßen und eine Absenkung des Blutdrucks – auslösen. Sekundären Pflanzenstoffen werden ferner antibakterielle, entzündungshemmende und neurologische Wirkungen anheimgestellt.

Viele Erkenntnisse bezüglich der sekundären Pflanzenstoffe sind auf Tierversuche zurückzuführen und können daher an sich nicht direkt auf den Menschen übertragen werden. Folglich können derzeit noch keine Empfehlungen für die Zufuhr derselbigen herausgegeben werden. Ferner wird vermutet, dass nicht etwa einzelne Substanzen für die womöglich positive Wirkung auf den menschlichen Körper verantwortlich sind, sondern eine Kombination aus mehreren gesundheitsfördernden Bestandteilen. Es kann daher generell nur geraten werden, gesund zu essen und zu trinken. Schließlich sollte eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung den Bedarf an derartigen Nährstoffen ausreichend abdecken. Sie sollten ferner beachten, dass viele sekundäre Pflanzenstoffe durch Hitze zerstört werden können. Aus diesem Grund sollten Sie eine schonende Zubereitung des jeweiligen Gemüses bzw. Krauts bevorzugen.

Video: Kräuter Standort und Verwendung Garten-Video-Anleitung Tipps und Tricks vom Profi


Pflege & Ernte: Für Ihre Kräuter ist Wasser überlebenswichtig. Sie sollten diese deshalb regelmäßig gießen. Insbesondere auf dem Balkon trocknen diese bei Hitze im Frühling und Sommer sowie durch Wind besonders rasch aus. Gießen Sie daher am besten morgens und an heißen Tagen abends noch ein weiteres Mal. Vorsicht jedoch: Bei wiederholter Übergießung spülen Sie die Nährstoffe aus dem Boden. Achten Sie daher auf den jeweiligen Boden der Kräuter. Oregano und Rosmarin beispielsweise brauchen nur wenig Wasser, wohingegen Petersilie und Schnittlauch mehr davon beanspruchen.

Sie werden sehen: Beim Anbau von Kräutern müssen Sie nicht lange warten: Schon einige Wochen nach der Aussaat erfolgt die Ernte. Beim Ernten von mehrjährigen Kräutern sollten Sie es vermeiden, Knospen und Trieb- bzw. Wurzelspitzen zu beschädigen. Von einer regelmäßigen Ernte von Triebspitzen profitieren hingegen immergrüne Kräuter wie Rosmarin oder Salbei. Damit Sie stets frische Kräuter nutzen können, sollten diese alle zwei Wochen nachgesät werden.

Vorsicht vor den Eisheiligen: Wenn der Mai beginnt, sollten Sie besonders wachsam sein. Denn zwischen dem 11. und dem 15. Mai kann es für Ihre Pflanzen gefährlich kalt werden. Auch die diesjährigen „Eisheiligen“ werden wieder zuschlagen. Um Ihre Pflanzen für diese kurze Kältephase optimal zu wappnen, sollten Sie Ihre Kästen und Pflanzen in den Beeten mit einer Decke, einem Vlies oder Zeitungen abdecken. Versäumen Sie dies, müssen Sie später womöglich alles wieder auspflanzen. Ein besonders frostempfindliches Kraut ist zum Beispiel Basilikum.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: upixa -#01: monticello  -#02: Valentina_G -#03: Oliver Hoffmann -#04: CBCK

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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