Kräutergarten: Tipps vom Fachmann

0

Das Thema „Kräutergarten“ ist spätestens im Herbst wichtig, wenn die neue Pflanzperiode vorbereitet werden soll. Mit diesen Ideen und Tipps klappt es mit dem Kräutergarten!

Kräutergarten: Kräuterspirale oder Kräuterbeet?

Gewürze und Heilkräuter erfreuen sich reger Beliebtheit und so ist es nicht verwunderlich, dass das Thema „Kräutergarten“ für viele Gartenfreunde wichtig ist. Was gibt es auch Schöneres, als sich im eigenen Kräuterbeet zu bedienen?

Frische Küchenkräuter mit heilender Wirkung lassen Speisen besser schmecken und können bestimmte Leiden lindern. Egal, ob Hochbeete oder Blumenkästen bepflanzt werden sollen, ob es um die Gestaltung einer Kräuterspirale geht oder um das Planen eines ganzen Kräutergartens: So gelingt es mit Sicherheit!

Wichtig ist zuerst einmal, eine Auswahl an Kräutern für die Küche oder an Heilkräutern zu erstellen. Gleichzeitig spielt dabei eine Rolle, welche Kräuter welchen Standort im Kräutergarten geboten bekommen können. Rosmarin mag es eher warm, Brunnenkresse will möglichst viel Wasser haben. Oregano und Salbei wollen in der Sonne stehen, Kamille und Pfefferminze stehen in Konkurrenz zueinander.

Ganz schön kompliziert, oder? Doch mit meinen Tipps wird es auch für Sie als Anfänger im Kräutergarten ein Leichtes, frische eigene Kräuter für die Küche oder zu Heilzwecken anzubauen. Wichtigste Regel: Ein- und mehrjährige Kräuter mögen sich oft nicht und wollen auch nicht zusammenstehen.

Legen Sie danach die Form und die Lage fest, die der Kräutergarten bekommen soll. Die Kräuterspirale ist altbekannt und vor allem dann zu empfehlen, wenn Sie entweder keine kreative Idee haben oder unter akutem Platzmangel im Garten leiden.

Hier kann durch die Spiralenform einiges mehr auf wenig Raum angepflanzt werden. Auch das Kräuterrad ist eine tolle Idee und sieht durch die individuelle Gestaltung der Wege immer wieder hübsch aus. Ich empfehle dabei aber, die Wege breit genug zu lassen und auch auf ausreichend breite „Speichen“ des Rades zu achten, damit die Pflanzen genügend Platz bekommen.

Der neue Kräutergarten: Tipps vom Fachmann zu Hochbeet oder Balkon

Der neue Kräutergarten: Tipps vom Fachmann zu Hochbeet oder Balkon

Der neue Kräutergarten: „Hochbeet & Balkon“

Hochbeete sind ideal für einen kleinen Kräutergarten, wobei es vor allem die mediterranen Kräuter sind, die sich hier wohlfühlen. Der Grund: Die Erde ist im Hochbeet oft trockener als auf dem ebenen Boden, was den Bedürfnissen der Pflanzen entgegenkommt.

Außerdem erreichen Schnecken die Kräuter nicht, die Sie so sorgsam pflegen. Hängepflanzen müssen in keine Blumenampel verbannt werden, sondern können vom Hochbeet aus an den Seiten herunterhängen. Die Kapuzinerkresse freut sich sehr darüber!

Natürlich kann der Kräutergarten auch auf dem Balkon angelegt werden, wobei die einzelnen Kräuter hier eher in Blumenkästen und Kübel gepflanzt werden müssen. Die Auswahl der passenden Kräuter ist dabei ein wenig eingeschränkt, denn der Platz auf dem Balkon ist in der Regel deutlich knapper bemessen als im richtigen Garten und so lassen sich auch weniger Gestaltungsmöglichkeiten finden, die zum Beispiel für eine ausreichende Beschattung in der größten Sommerhitze sorgen. Dennoch gibt es natürlich Kräuter, die sich hier pudelwohl fühlen und sich kinderleicht anbauen lassen.

Zuguterletzt: Wer wagt, gewinnt! Probieren Sie ruhig neue Dinge aus, kombinieren Sie verschiedene Pflanzen im Kräuterbeet und gestalten Sie die Kräuterspirale immer wieder neu. Pflegen Sie die Pflanzen ihren Bedürfnissen entsprechend und lernen Sie aus Ihren eigenen Erkenntnissen.

Diese kombinieren Sie mit den Tipps, die Sie hier von mir erhalten und mit den Anregungen, die von anderen Fachleuten zu Ihnen vordringen. Gern können Sie mir davon berichten und hinterlassen Kommentare und Anregungen. Und nun: Die Planung für den neuen Kräutergarten wartet schon!

Pflanzenpflegetipps

Die Gartengestaltung muss sich nicht nach dem Kräutergarten richten, wohl aber der Kräutergarten nach den Pflanzen und ihren Bedürfnissen. Ich habe hier vier Pflanzen aus meiner Grillmischung ausgesucht, die, wie der Name schon sagt, hervorragend zu allen Grillgerichten oder überhaupt in der Küche verwendet werden können und die sich ganz einfach anbauen lassen:

Aromatischer Oregano für Suppen und Soßen

Der echte Oregano wird lateinisch als Origanum vulgare bezeichnet

Der echte Oregano wird lateinisch als Origanum vulgare bezeichnet

Der echte Oregano wird lateinisch als Origanum vulgare bezeichnet und ist hierzulande vor allem aus der italienischen Küche bekannt. Dabei wird Oregano aber im gesamten Mittelmeerraum verwendet bzw. konnte von dort seinen Siegeszug in die hiesigen Küchen antreten.

Der Geschmack ist typisch und erinnert an Sonne, Meer und Urlaub. Im Mittelalter galt Oregano sogar als Heilmittel und soll besonders bei Entzündungen und Beschwerden des Magen-Darm-Trakts helfen. Bei der Gartengestaltung bzw. bei der Gestaltung des Kräutergartens darf Oregano natürlich nicht fehlen und zeigt sich beim Anbau als eine sehr genügsame Pflanze, die vieles wegsteckt.

Oregano wird zwischen 20 und 50 cm hoch zeigt sich von Juli bis September mit kleinen Blüten. Diese erscheinen in Weiß und Rosa, wobei Sie bei diesem Rosa schon teilweise sehr genau hinsehen müssen, denn es ist überaus zart.

Oregano stellt nicht viele Ansprüche, aber auf eines kann er nicht verzichten: auf Wärme! Er mag es kuschelig und hält es im Sommer sogar in der vollen Sonne aus. Dann allerdings möchte er auch entsprechend gegossen werden.

Diese Pflegetipps helfen Ihnen dabei, aromatischen Oregano für Ihre Speisen zu ziehen:

  • Standort hell, sonnig und windgeschützt
  • kalkhaltiges Substrat verwenden oder Substrat mit Kalk anreichern
  • ausreichend Platz beim Pflanzen einplanen, Oregano breitet sich rasch aus
  • feucht halten, aber auf zu große Nässe verzichten
  • zum Konservieren Blätter trocknen oder einfrieren

Sonnenanbeter Rosmarin: Herrlich für die Küche, ein Traum für Insekten

Rosmarinus officinalis stammt aus der mediterranen Welt und möchte es dementsprechend warm haben.

Rosmarinus officinalis stammt aus der mediterranen Welt und möchte es dementsprechend warm haben.

Rosmarinus officinalis stammt aus der mediterranen Welt und möchte es dementsprechend warm haben. Er liebt die Sonne und kann nicht ohne diese gedeihen. Dies lässt sich auch an seinem Wuchs erkennen, denn die Blätter sind eher dünn und hart. Sie zeigen an, dass der Rosmarin gut in der Hitze klarkommt und auch auf Feuchtigkeit verzichten kann.

Er darf es aber nicht zu kalt haben, ist nur bedingt frosthart und mag auch keine kühlen, nassen Sommer. Rosmarin ist eben ein echter Südländer! Dennoch hat es sich die Pflanze hier sehr gut eingerichtet und fühlt sich im Kräutergarten und auf Balkonen wohl. Bienen und Schmetterlinge freuen sich übrigens auch, dass es hierzulande Rosmarin gibt, denn er hält den leckeren Nektar für sie bereit.

Diese Tipps zur Pflege lassen Ihren Rosmarin noch besser gedeihen:- sonniger Standort erwünscht, verträgt auch Mittagssonne im Sommer

  • hält nur Frost bis – 10 ° aus, braucht unbedingt einen Winterschutz
  • nur mäßig bis wenig gießen
  • vor zu viel Nässe schützen
  • Düngung über Kompost vor dem Auspflanzen
  • bei Kultivierung im Topf: Mischung aus Kompost- und Gartenerde verwenden
  • gute Drainage anlegen

Genügsamer Salbei: Gesundes Küchenkraut ohne Ansprüche

Salbei heißt mit richtigem Namen Salvia und ist einfach mit allem zufrieden.

Salbei heißt mit richtigem Namen Salvia und ist einfach mit allem zufrieden.

Salbei heißt mit richtigem Namen Salvia und ist einfach mit allem zufrieden. Er kann wenig bis mäßig gewässert werden, verträgt sommerliche Regengüsse ebenso wie kühle Temperaturen im Herbst. Manche Sorten wachsen bis zu 90 cm hoch und verzweigen sich stark, dabei verholzen sie überdies. So ergibt sich aus der anfangs kleinen Staude ein ansehnlicher Strauch, als Küchenkraut ebenso beliebt ist wie als Heilmittel.

Die Blätter lassen sich trocknen und zu Tee verarbeiten. Besonders gegen Husten und Infektionen der Atemwege wirkt dieser Tee sehr gut. Mein Tipp: Unbedingt mit Honig süßen, das mildert den bitteren Geschmack des Salbeis etwas.

Der Strauch selbst ist immergrün und stammt aus dem Mittelmeerraum. Folglich mag es warm und sonnig, braucht aber nicht unbedingt den ganzen Tag über die volle Sonne. Durch die verschiedenen Sorten ist es möglich, für jeden Kräutergarten die passende Pflanze zu finden, denn es gibt auch sehr kleine Varianten, die sich sogar für den Topf eignen.

Salbei beginnt bereits im Mai mit der Blüte und lässt den Garten in Weiß, Purpur oder Violett erstrahlen, wobei die Blüten selbst gar nicht so groß sind. Vielmehr ist es die Menge der Blüten, die für eine tolle Farbwirkung sorgt.

Mit diesen Pflegetipps haben Sie viel Freude an Ihrem Salbei:

  • mag einen durchlässigen, luftigen Boden
  • kann auch in sandigem Boden stehen
  • als Dünger reicht organischer Dünger oder Guano
  • nur mäßig gießen, keine Staunässe
  • im Herbst letzter Rückschnitt bis auf die verholzten Pflanzenteile, diese müssen aber stehen bleiben
  • winterharte Staudenpflanze, die keinen separaten Schutz benötigt, wenn sie im Beet steht
  • Winterschutz nur bei eingetopftem Salbei nötig

Hübsches Pflänzchen für das Kräuterbeet: Thymian bezaubert mit seinem Duft

Thymus vulgaris heißt der Thymian mit botanischem Namen und er zeigt sich im Kräutergarten als durchaus optisch ansprechend.

Thymus vulgaris heißt der Thymian mit botanischem Namen und er zeigt sich im Kräutergarten als durchaus optisch ansprechend.

Thymus vulgaris heißt der Thymian mit botanischem Namen und er zeigt sich im Kräutergarten als durchaus optisch ansprechend. Gleichzeitig kann er natürlich in der mediterranen Küche genutzt werden und gehört zu leckeren Suppen und Soßen unbedingt dazu.

Außerdem kann Thymian im Kampf gegen Erkältungen eingesetzt werden, er gilt bereits seit dem Mittelalter als Heilmittel. Selbst Entzündungen lassen sich damit bekämpfen, wenn ein Extrakt aus Thymian als Mundspülung eingesetzt wird.

Thymian ist vergleichsweise klein und kann zwischen 10 und 40 cm hoch werden. Er wächst eher buschig und kommt in verschiedenen Sorten daher. Diese wiederum sind unterschiedlich winterhart, was Sie bitte bei der Vorbereitung Ihres Kräutergartens auf den Winter beachten sollten. Der hierzulande sehr beliebte Feldthymian stellt keine besonders großen Ansprüche und hält auch mitteleuropäischen Wintern stand.

Mit den folgenden Tipps lässt sich Thymian wunderbar ziehen:

  • kann in der vollen Sonne stehen, verträgt auch Mittagshitze im Sommer
  • braucht einen durchlässigen Boden
  • wünscht sich einen kalkhaltigen Boden
  • Kompost reicht als Dünger aus, dieser sollte vor dem Auspflanzen in den Boden gegeben werden
  • nicht mulchen, der Boden rund um den Thymian sollte atmen können
  • mäßig gießen, im Sommer kurzzeitig wässern
  • Zweige im Herbst nicht schneiden, sie bilden einen Winterschutz
  • Zweige im Frühling zurückschneiden

Bildnachweis: © alle Bilder Eva & Christoph Hokema

About Author

Eva Hokema

In siebter Generation übernahm ich gemeinsam mit meinem Mann Christoph die Traditionsgärtnerei Fehrle Stauden. Mein Ziel ist es seitdem, die hohe Qualität und den guten Service im Geschäftskundenbereich zu erhalten. Auch der Garten Laie soll mit wenig Aufwand in den Genuss eines wunderschönen Staudengartens kommen. Dies habe ich mir zur persönlichen Aufgabe gemacht. Im heimischen Garten darf anschließend natürlich gerne mit der ganzen Familie gewerkelt werden.

Leave A Reply