Stauden pflanzen: Tipps vom Profi

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Stauden pflanzen: Tipps vom Profi: Wie gestalte ich ein harmonisch wirkendes Beet? Wann und wie pflanze ich, was ist zu beachten?

Stauden pflanzen: Tipps vom Profi: Ein Staudenbeet, Blüten für die ganze Saison

In unserem Gartenblog „Stauden pflanzen: Tipps vom Profi“ gibt Ihnen unser Gartenprofi Tipps, wann und wie Sie Stauden pflanzen, damit diese gedeihen, schön blühen und Sie Freude daran haben. Ein Staudenbeet sollte harmonisch wirken und während der ganzen Vegetationsperiode abwechselnd Blüten zeigen.

Da es inzwischen die ganze Saison über Stauden in Töpfen zu kaufen gibt, lässt man sich gerne davon verführen, eine solche Blühstaude zu erwerben. Doch zuvor gilt es zu überlegen, ob diese Pflanze zu den anderen im Beet passt, sonst erscheint am Ende ein kunterbuntes Durcheinander.

Ein Gestalter-Geheimnis lautet: Weniger ist mehr. Das bedeutet, sich auf wenige Arten beschränken, die dafür in Gruppen wirken dürfen. Dies gilt auch für größere Pflanzgefäße auf Terrasse und Balkon. Mit ein paar Grundregeln unseres Gartenexperten gelingen Ihnen Beete, die Harmonie ausstrahlen und in denen vom Frühling bis zum Herbst Saison ist.

  • 1-2 Stauden sollten Dauerblüher sein, die mehrere Monate blühen.
  • Blühpausen und Lücken lassen sich im Frühjahr mit Zwiebelblumen und im Sommer mit ein- und zweijährigen Blumen füllen.
  • Gräser und Stauden mit klaren Blattstrukturen lockern auf und geben ein harmonisches Gesamtbild ab.
Stauden pflanzen: Tipps vom Profi: Was ist bei der Pflanzung zu beachten?

Stauden pflanzen: Tipps vom Profi: Was ist bei der Pflanzung zu beachten?

Stauden pflanzen: Tipps vom Profi: Was ist bei der Pflanzung zu beachten?

Entscheidend für das Gedeihen der Stauden sind der richtige Standort und das richtige Pflegen. Braucht die Pflanze Sonne, Halbschatten oder Schatten? Sollte der Boden trocken, feucht, nährstoffarm oder nährstoffreich, durchlässig und locker sein? Wieviel Aufwand erfordert das Pflegen? Sind diese Punkte geklärt und die Stauden gekauft, können Sie mit der Pflanzung beginnen.

Dabei gilt die Regel: Hohe Stauden als Gerüstbildner nach hinten pflanzen. Gruppenstauden, Bodendecker und Zwiebelblumen in der Höhe nach vorne gestaffelt einsetzen. Ausreichend Pflanzabstände lassen, eventuelle Lücken können später gefüllt werden.

Die Pflanzzeit ist je nach Staude im Frühjahr oder Herbst. Idealerweise haben Sie das Beet vorbereitet. Zum Beispiel die Erde gut aufgelockert und etwas Kompost oder Dünger eingearbeitet. Wird das Beet neu angelegt, ist es hilfreich, die Pflanzen aus den Töpfen zu nehmen und dort auszulegen wo sie eingepflanzt werden. Dies gibt einen kleinen Überblick, ob die Strukturen wie Blätter, Wuchs der Pflanzen sich ergänzen.

Beim Einpflanzen ist darauf zu achten, dass das Pflanzloch etwas größer und tiefer als der Wurzelballen ist. Nachdem dieser eingesetzt ist, füllt man mit Erde auf und drückt alles gut fest. Zum Schluss wird das Ganze gut eingegossen. Bis die Stauden gut angewachsen sind, immer wieder kontrollieren, ob die Erde feucht genug ist.

Aus meiner Pflanzliste „Sommerwind“ wählte ich fünf Stauden aus, die dem Beet Struktur geben und mit weiteren Stauden ergänzt werden können.

Ganz bewusst habe ich diese Stauden aus meiner Pflanzliste „Sommerwind“ ausgewählt. Nachstehend finden Sie dazu Tipps, Pflanzideen und weitere Anregungen.

Stauden pflanzen: Die Goldgarbe „Coronation Gold“ (Achillea filipendulina)

Stauden pflanzen: Die Goldgarbe „Coronation Gold“ (Achillea filipendulina)

Goldgarbe: Goldgelbe Blüten mit zartem Duft

Die Goldgarbe „Coronation Gold“ (Achillea filipendulina) erfreut mit ihren leuchtend gelben Blütentellern und ist durch ihre Höhe von bis zu 70 cm die ideale Staude für den Beethintergrund. Doch auch als Solitärpflanze oder in großen Pflanzgefäßen, zum Beispiel auf dem Balkon, wirkt die Goldgarbe attraktiv. Während ihrer Blütezeit von Juni bis September zieht sie mit ihren goldgelben Blüten und ihrem Duft zahlreiche Bienen, Insekten und Schmetterlinge an.

Besonders dekorativ wirken die silbrig glänzenden, graugrünen Blätter. Als Pflanzpartner bieten sich Astern, Mädchenauge, Glockenblumen und Gräser an. Die Goldgarbe ist auch eine schöne Schnittblume für Sommersträuße, außerdem eignet sie sich ideal für Trockengestecke.

Als Standort liebt die Goldgarbe „Coronation Gold“ einen sonnigen Platz in lockerem, nährstoffreichem Boden. Ihr Wuchs ist horstig mit aufrechten Stängeln. Die pflegeleichte Staude ist bis zu etwa 10 Grad minus winterhart. Sinkt die Temperatur darunter, braucht sie einen Winterschutz mit Laub oder Reisig. Beim Gießen Staunässe vermeiden und darauf achten, dass die Blätter nicht nass werden, da sie sonst gerne von Mehltau befallen werden.

Weitere Pflegemaßnahmen:

  • Ideale Pflanzzeit im Frühjahr.
  • Bei der Pflanzung und beim Neuaustrieb gut düngen.
  • Mäßig gießen, Staunässe vermeiden.
  • Im Herbst bodennah zurückschneiden.
  • Damit die Blühfreudigkeit erhalten bleibt und zur Vermehrung die Pflanzen alle 2-4 Jahre teilen.
Das Fingerkraut „Warrenii“ (Potentilla recta): Eine tolle Idee, wenn Sie Ihre Stauden pflanzen.

Das Fingerkraut „Warrenii“ (Potentilla recta): Eine tolle Idee, wenn Sie Ihre Stauden pflanzen.

Fingerkraut: Leuchtet mit sonnengelben Schalenblüten

Das aufrechte Fingerkraut „Warrenii“ (Potentilla recta) beeindruckt mit seinen leuchtend gelben Schalenblüten, die sich von Juni bis September zwischen den frischgrünen Blättern zeigen. Die aufrecht wachsenden, verzweigten Triebe erreichen eine Höhe von etwa 35 cm und breiten sich rasch als Bodendecker aus.

Daher ist das Fingerkraut ideal als Randbepflanzung von Beeten, in Steingärten oder unter lichten Gehölzen. Seine schalenförmigen, gelben Blüten ziehen wie ein Magnet Bienen und Insekten an. Das Fingerkraut, auch Blutwurz genannt, gilt als Heilkraut bei verschiedenen Beschwerden. Dazu wird die getrocknete Wurzelknolle verwendet.

An einem sonnigen Standort gedeiht das Fingerkraut optimal und zeigt eine reiche Blütenpracht. Der Boden sollte gut durchlässig und nicht zu nährstoffreich sein. Beste Pflanzzeit ist im Herbst. Die oberirdischen Teile des Fingerkrauts sterben im Winter ab und die winterharten Rhizome brauchen keinen extra Schutz.

Einmal angewachsen verbreitet sich die Pflanze mit ihren dicken, knolligen Rhizomen, die sich verzweigen, rasch. Die Pflanze ist pflegeleicht und anspruchslos.

Weitere Pflegemaßnahmen:

  • Das Fingerkraut braucht keinen bis ganz wenig Dünger.
  • Mäßig gießen, die Erde zwischendurch abtrocknen lassen.
  • Vermehrung im Frühjahr oder Spätherbst durch das Teilen älterer Pflanzen oder durch Aussäen.
Das Perlkörbchen „Sommerschnee“ (Anaphalis triplinervis) ergänzt das Bild beim Stauden pflanzen perfekt.

Das Perlkörbchen „Sommerschnee“ (Anaphalis triplinervis) ergänzt das Bild beim Stauden pflanzen perfekt.

Perlkörbchen: Dichte, weiße Blütenstände den ganzen Sommer über

Wie ein weißer Teppich breitet sich das Perlkörbchen „Sommerschnee“ (Anaphalis triplinervis) von Juli bis September an Beeträndern, in Stein- oder Heidegärten, als Dachbegrünung oder auf Freiflächen aus und eignet sich damit für jeden Garten. Auch in Pflanzgefäßen zeigt die kleine Staude ihren Reiz.

In Gruppen gepflanzt, ist seine Wirkung am schönsten. Beliebte Pflanzpartner für die kompakt wachsende, etwa 20 cm hohe Staude, sind Salbei, Lavendel, Thymian, Mohn, Fetthenne und Gräser. Mit seinen halbkugeligen, in Doldenform wachsenden Blüten ist das Perlkörbchen auch eine interessante Schnittblume, besonders für Trockengestecke.

Als Standort liebt das Perlkörbchen einen sonnigen, warmen Platz in gut durchlässigem, wenig nährstoffreichem und eher trockenem Boden. Die ideale Pflanzzeit ist im zeitigen Frühjahr. Dabei sollte das Pflanzloch doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Nach der Pflanzung kräftig angießen. Der Wuchs ist horstbildend und buschig, jedoch nicht wuchernd. Durch einen Rückschnitt im Herbst bleibt das Perlkörbchen kompakt und blühwillig.

Weitere Pflegemaßnahmen:

  • Bei der Pflanzung und beim Neuaustrieb mäßig düngen.
  • Nur in Trockenperioden gießen.
  • Verträgt Trockenheit sehr gut.
  • Pflegeleicht, anspruchslos und winterhart.
  • Bildet kurze Ausläufer, wuchert nicht.
  • Vermehrung am besten durch Teilung im Frühjahr, bildet keine Samen aus.
  • Besonders unempfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen.
Stauden pflanzen: Das Kugelkopflauch (Allium sphaerocephalon) besticht mit seinen bunten Köpfen.

Stauden pflanzen: Das Kugelkopflauch (Allium sphaerocephalon) besticht mit seinen bunten Köpfen.

Kugelkopflauch: Imposantes Zwiebelgewächs mit purpurfarbenen Blütenbällen

Das Kugelkopflauch (Allium sphaerocephalon) beeindruckt mit seiner Höhe von 120 cm und den purpurfarbenen Blütenbällen, die von Juni bis in den Juli erscheinen und in jedem Garten ein Blickfang sind. In größere Gruppen von mindestens zehn Zwiebeln gepflanzt, wirkt der Kugelkopflauch am schönsten. Durch seine relativ späte Blüte passt er bestens zu Pfingstrosen, Rosen, extravagant mit knallrotem Mohn und elegant mit einer silbrigen Edeldistel.

Reizend zeigt sich auch die Wald Anemone als Unterpflanzung. Diese Stauden verdecken mit ihrem Laub gleichzeitig die vergilbenden Blätter des Kugelkopflauches. Die großen Blütenbälle sind wahre Bienen-, Insekten- und Schmetterlingsmagnete. Eine repräsentative Schnittblume für die Vase und Trockengestecke.

Als Standort bevorzugt der Kugelkopflauch einen sonnigen, und wegen seiner Höhe, einen etwas geschützten Platz. Der Boden sollte gut durchlässig und nährstoffreich sein. Die ideale Pflanzzeit für die Zwiebeln ist ab September, spätestens jedoch im November. Leichter Winterschutz mit Reisig ist empfehlenswert.

Damit die Blütenbälle nicht von Jahr zu Jahr kleiner werden, sollten die Pflanzen nach der Blüte gedüngt werden. So können die Zwiebeln neue Kraft für das nächste Jahr sammeln. Ist das Laub ganz abgestorben, werden die Stängel bodennah abgeschnitten.

Weitere Pflegemaßnahmen:

  • Im Frühjahr bei Neuaustrieb etwas düngen, nochmals düngen nach der Blüte.
  • Vorsichtig gießen, bei zu viel Nässe faulen die Zwiebeln.
  • Passt der Standort, vermehrt sich der Kugelkopflauch durch seine Zwiebeln selbst.
Die Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum): Ein Must-Have beim Stauden pflanzen.

Die Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum): Ein Must-Have beim Stauden pflanzen.

Traubenhyazinthe: Zierlicher, blauer Frühlingsbote

Die Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum) zeigt ihre kobaltblauen Blütenstände von April bis Mai und wird etwa 20 cm hoch. Zwischen den schmalen Blättern schiebt sich der Stiel mit der Blüte hervor, wobei je Zwiebel nur eine Blüte erscheint.

Traubenhyazinthen sollten in größeren Gruppen gepflanzt werden, damit sie zur Wirkung kommen; etwa als „blaues Band“ oder flächig. Im sonnigen Beet, im Steingarten, Rasen oder unter lichten Laubgehölzen gedeihen sie gut. Auch in Pflanzgefäßen bringen sie Frühlinggrüße. Pflanzpartner im Beet sind Tulpen, kleinblütige Narzissen, Hornveilchen, Wald Anemone und Tränendes Herz.

Traubenhyazinthen lieben einen warmen, sonnigen Standort in durchlässigem, lockerem und nicht zu feuchtem Boden. Gepflanzt werden die Zwiebel zwischen Oktober und November etwa sechs Zentimeter tief und mit acht Zentimeter Abstand.

Die Pflanzen sind anspruchslos, pflegeleicht und winterhart. Sie eignen sich bestens zur Verwilderung, da sie sich selbst aussäen. Will man dies verhindern, werden die welken Blütenstände abgeschnitten bevor sich die Samen bilden.

Weitere Pflegemaßnahmen:

  • Wenn die Zwiebel im Frühling austreiben mäßig düngen.
  • Gießen nur bei Trockenheit.
  • Erde im Sommer nicht zu feucht halten, da die Zwiebel sonst faulen.
  • Blätter erst entfernen wenn sie vergilbt sind.
  • Können die Traubenhyazinthen sich ungestört entwickeln, gedeihen sie am besten.

Bildnachweis: © alle Bilder staudenmix.de

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Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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