Stiefmütterchen: Pflanzen, Standort und Blütezeit

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Das Stiefmütterchen zählt zu den beliebtesten Zierpflanzen überhaupt. Was man bei der Auswahl, dem Pflanzen und der Pflege von Stiefmütterchen beachten sollte, erfahren Sie hier.

Das Stiefmütterchen: Der beliebte Allrounder der Blumenwelt

Wenn sich im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen einen Weg durch die Wolken bahnen und die Temperatur langsam wieder steigt, können auch die Balkone, Gärten und Terrassen frühlingsfit gemacht werden. Das Stiefmütterchen eignet sich dafür besonders gut. Mit seinen leuchtenden Farben wie knalligem Gelb, kräftigem Rot und intensivem Violett ist es ein absolutes Highlight in jedem Garten und setzt strahlende Akzente nach dem dunklen, grauen Winter.

Das Stiefmütterchen ist zudem extrem unkompliziert in seiner Handhabung. Mit nur ein paar Handgriffen sind die vorgetriebenen, recht kälteunempfindliche Frühblüher eingetopft. Sollte es also für ein oder zwei Tage wieder etwas kälter werden, macht das den Blumen nicht besonders viel aus. Auch an den Standort und den Boden stellt die Blume nur wenig Ansprüche, was wohl mit ein Grund dafür ist, dass das Stiefmütterchen in Deutschland laut statistischem Bundesamt zu den meist verkauften Zierpflanzen überhaupt gehört.

Das Steifmütterchen bildet keine eigene Gattung, sondern ist eine Gruppe von Arten der Gattung der Veilchen (botanischer Name: Viola), die wiederum Teil der Familie der Veilchengewächse sind. (#01)

Das Steifmütterchen bildet keine eigene Gattung, sondern ist eine Gruppe von Arten der Gattung der Veilchen (botanischer Name: Viola), die wiederum Teil der Familie der Veilchengewächse sind. (#01)

Stiefmütterchen: Gattung, Arten und Merkmale

Das Stiefmütterchen bildet keine eigene Gattung, sondern ist eine Gruppe von Arten der Gattung der Veilchen (botanischer Name: Viola), die wiederum Teil der Familie der Veilchengewächse sind.

Das Stiefmütterchen zeichnet sich durch besondere, äußere Merkmale aus, die der Art ihren Namen gegeben haben. Es gibt eine gegenseitige Bedeckung der Blütenblätter: Das unterste Kronblatt („Stiefmutter“) bedeckt teilweise die seitlichen Blätter („Töchter“), diese bedecken wiederum die obersten Blätter („Stieftöchter“). Die allseits bekannten Gartenstiefmütterchen sind dabei aus zahlreichen Kreuzungen des wilden Stiefmütterchens mit anderen Arten und Auslesen entstanden, die man heute auch in Gärten blühen sieht.

Die Merkmale des Gartenstiefmütterchens umfassen unter anderem:

  • Einjährige oder Zweijährige, sehr selten Mehrjährige
  • Große Auswahl an Farben und Formen, Rot, Gelb und Violett am weitesten verbreitet
  • Blütezeit von März bis November
  • Große Nebenblätter

Neben der wilden Form des Stiefmütterchens wurden durch Kreuzungen und Züchtungen zusätzlich Arten geschaffen. So sind zum Beispiel gleich mehrere Wildsorten in der Form des Gartenstiefmütterchens verewigt worden. Neben diesen Gartenstiefmütterchen und den wilden Stiefmütterchen finden sich in der Natur noch einige andere Arten dieser Blume, die in manchen Fällen sogar über eigenen Unterarten verfügen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis)
  • Gesporntes Stiefmütterchen (Viola calcarata)
  • Hornveilchen (Viola cornuta)
  • Sudeten-Stiefmütterchen (Viola lutea)
  • Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor)

Video: Stiefmütterchen, Hornveilchen und Co

Anbau und Anschaffung von Stiefmütterchen: Eine Zierde im Garten und auf dem Balkon

Egal, wo man sie anbaut, Stiefmütterchen haben in der Regel eine recht lange Lebensdauer. Beim Anpflanzen sollte man sich also bewusst sein, dass man die Blumen eine ganze Zeit jeden Tag sehen wird.

Wenn man seine Stiefmütterchen so lange wie möglich im Garten halten will, sollte man einen Ort auswählen, an dem der Anblick der immer gleichen Blumen nicht langweilig wird. Glücklicherweise hat man bei den unzähligen Farben die Möglichkeit, das Beet oder den Balkon aufregend zu gestalten.

Bei der Auswahl des eigentlichen Standortes sollte man auf einige Dinge achten. Er sollte folgenden Merkmale erfüllen:

  • Sonnig oder im Halbschatten
  • Aufsaugender, aber wasserdurchlässiger Boden
  • Nährstoffreicher Boden, im besten Fall mit Kompost versetzt oder gedüngt

Normalerweise werden Stiefmütterchen bereits im Frühjahr in allen Gärtnereien angeboten, mal in größerer und mal in eher kleinerer Auswahl. Vereinzelt gibt es dazu Angebote bei Supermärkten und in der Gartenabteilung von Baumärkten wird man in der Regel auch fündig. Wer sich einen Überblick über das aktuelle Angebot von Stiefmütterchen verschaffen möchte möchten oder die Blumen nicht fertig herangezogen kaufen, sondern selbst aussähen möchte, kann sich auch im Internet kundig machen und dort anschließend sogar die Samen für die gewünschte Sorte besorgen.

Wer sich für den Kauf von Jungpflanzen entscheidet, kann sich vor Ort die passenden Pflanzen aussuchen. In der Gärtnerei erworben kann man die Stiefmütterchen dann direkt in den Garten umpflanzen. Entscheidet man sich stattdessen für das Aussähen, sollte man sich dafür nicht zu lange Zeit dafür lassen, da man sonst von seinen Blumen nicht viel hat. Der späteste Zeitpunkt ist der Juli, dann kann man noch im Herbst desselben Jahres mit der ersten Blüte der Stiefmütterchen rechnen.

Video: Die Aussaat von Stiefmütterchen ist ganz einfach

Die Platzfrage: Wie werden Stiefmütterchen angepflanzt?

Die meisten Menschen kennen Stiefmütterchen wahrscheinlich aus großen, bunten Beeten im Garten. Auch in öffentlichen Anlagen findet man sie häufig, da sie mit ihren schillernden Farben sehr effektiv das eher graue Ambiente einer Stadt auffrischen können. Tatsächlich lassen sich Stiefmütterchen aber fast überall anpflanzen. Wer über keinen eigenen Garten verfügt, kann die farbenfrohen Pflanzen auch ohne große Probleme dazu verwenden, den heimischen Balkon ein wenig aufzufrischen.

Bereits ab Ende Januar beziehungsweise Anfang Februar kann man Stiefmütterchen kaufen und in die Balkonkästen und Kübel pflanzen. Anders als die Exemplare für den Garten sind diese Pflanzen vor plötzlich wiederkehrenden frostigen Temperaturen geschützt.
Hat man einen eigenen Garten und möchte Stiefmütterchen für seine Beete, sollte man die Blumen nicht vor März oder April einpflanzen beziehungsweise aussähen. Zu dieser Zeit ist es unwahrscheinlich, dass es zu längeren Frostperioden kommt, die den jungen Pflanzen schaden könnten.

Bei der Auswahl des Standortes muss man nicht nur auf die Art des Bodens und den Sonneneinfall achten, sondern auch darauf, dass die Stiefmütterchen ausreichend Platz haben, um gut zu wachsen. Groß sind die Blumen zwar nicht, dennoch brauchen sie ein wenig Freiraum, um zu gedeihen. Um ein gesundes Wachstum für die eigenen Stiefmütterchen zu gewährleisten, sollte man die folgenden Abstände zwischen den einzelnen Pflanzen einhalten:

  • Für größere Flächen wie einem Beet im Garten: Etwa zehn Zentimeter, am besten im Quadrat
  • Für Balkonkästen- bzw. Kübelbepflanzung: Etwa fünf bis zehn Zentimeter

Video: Stiefmütterchen (Viola Wittrockiana-Hybriden), Pflege- und Kulturtipp´s vom Gärtner

Stiefmütterchen: Pflege und Überwinterung

Stiefmütterchen sind nicht nur eine Zierde für jeden Garten und Balkon, sie sind auch recht pflegeleicht. Neben einem Boden, der ausreichend mit Nährstoffgaben vorbereitet werden sollte, ist es ratsam, auch während der Wachstumssaison immer wieder Nährstoffe nachzugeben. Das hilft besonders dann, wenn die Stiefmütterchen beginnen, in ihrer Blühkraft etwas nachzulassen.

Damit die Blume all ihre Pracht entfalten können, ist es außerdem wichtig, dass die Stiefmütterchen gleichmäßige Feuchtigkeit erhalten. Sollte es also im Frühling oder besonders im Sommer recht trocken sein, müssen sie auf jeden Fall gegossen werden, da sie sonst vertrocknen. Zu viel Nässe vertragen die Blumen aber auch nicht, da sie sonst eingehen.

Stiefmütterchen sollten eigentlich mindestens zwei Jahre an ihrem Platz bleiben. Da die neuen Züchtungen aber mehr Wert auf große, schöne Blüten legen als auf Robustheit und diese großen Blüten die Pflanze auszehren, halten viele der neuen Sorten nur ein Jahr durch. Wer zu den klassischeren Sorten greift, muss bei der Standortwahl darauf achten, dass die Blumen einen Winter im Garten überstehen müssen.

Und das kann eine ganz schöne Herausforderung sein, denn komplett winterhart sind Stiefmütterchen nicht. Wenn also im Wintern keine schützende Schneedecke fällt, gehen sie häufig ein. Zuviel Sonne im Winter ist ebenfalls ein Problem, da viel Wasser durch Verdunstung verloren geht, dass die Pflanzen mit ihren gefrorenen Wurzelballen nicht über die Erde aufnehmen können. Eine künstliche Abdeckung kann für den Winter kann Abhilfe schaffen.

Dafür eigenen sich zum Beispiel:

  • Vlies
  • Reisig
  • Laub

Video: Farbvielfalt der Stiefmütterchen

Stiefmütterchen selbst vermehren?

Das eigenständige Vermehren von Stiefmütterchen ist in der Regel leider nicht von Erfolg gekrönt. Grundsätzlich vermehren sich Stiefmütterchen durch Samen. Bei den meisten Sorten von Stiefmütterchen handelt es sich um sogenannte F1-Hybride, die im Gegensatz zu sogenannten samenfesten Pflanzen kaum zur Nachbau geeignet sind. F1-Hybride sind eine Kreuzung in erster Generation. Um diese Pflanzen zu erhalten, werden zwei Sorten gekreuzt, um auf diesem Weg Nachkommen zu erhalten.

Für die Samengewinnung eignet sich diese Generation leider kaum, da die durch Selbstaussaat entstandenen Pflanzen in den meisten Fällen nicht die gleiche Blütenfarbe besitzen. Zudem zeichnen sie sich durch eine weitaus geringere Ausdauer und Üppigkeit als ihre Elterngeneration aus. Wer also Stiefmütterchen in einer bestimmten Farbe haben möchte, sollte sich eher auf den Weg zum nächsten Fachgeschäft machen und dort die passenden Samen raussuchen.

Stiefmütterchen sind ohne Frage ein Klassiker. Schon sehr lange sind sie Teil von Gärten, Terrassen und Parkanlagen. Außerdem bringen sie mit ihren knalligen Farben etwas Leben auf triste Balkone. (#02)

Stiefmütterchen sind ohne Frage ein Klassiker. Schon sehr lange sind sie Teil von Gärten, Terrassen und Parkanlagen. Außerdem bringen sie mit ihren knalligen Farben etwas Leben auf triste Balkone. (#02)

Stiefmütterchen: Altmodisch oder zeitlos?

Stiefmütterchen sind ohne Frage ein Klassiker. Schon sehr lange sind sie Teil von Gärten, Terrassen und Parkanlagen. Außerdem bringen sie mit ihren knalligen Farben etwas Leben auf triste Balkone. Für diese allumfassende Anwesenheit gibt es einige gute Gründe. Sie sind pflegleicht, charmant und farbenfroh.

Trotz dieser vielen Vorteile werden Stiefmütterchen manchmal als etwas verstaubt und altmodisch angesehen. Das könnte unter anderem daran liegen, dass viele Leute die Blumen noch aus dem Garten der Oma oder sogar als Grabblume vom Friedhof kennen und sie deshalb nicht gerade modern wirken.

Tatsächlich kann das Stiefmütterchen aber ziemlich beeindruckend und sogar elegant wirken. Wer zum Beispiel neidisch auf den wohlgehegten Zen-Garten des Nachbars ist, kann sich mit wenige Auswand und einem Meer aus Stiefmütterchen seine eigenes kleines Zen-Paradies gestalten. Gerade in großen Mengen machen die klassischen, kleinen Blumen mit ihren knalligen Farben einen atemberaubenden Eindruck.

Bevor man das Stiefmütterchen also als altmodisch abschreibt, sollte man den bunten Blumen vielleicht doch mal eine Chance geben und sich ein paar davon für den Balkon oder den Garten anschaffen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Anjo Kan  -#01: Agenturfotografin -#02: Kirill Dmitriev

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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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