Anleitung: Holzzaun selber bauen

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Ein Grundstück ist erst komplett, wenn ein schöner Zaun das Eigentum für alle sichtbar begrenzt. Nun ist ein Zaun aber nicht nur Grenze und Schutz vor neugierigen Spaziergängern und deren Hunden, sondern auch ein kleines Schmuckstück – wenn er denn professionell errichtet wird und stilistisch zum Haus passt. Die Optik wird durch den Geschmack des Hauseigentümers bestimmt, für den professionellen Aufbau braucht es aber nur die passende Anleitung: Holzzaun selber bauen einfach gemacht.

Wer braucht schon einen Handwerker?

Viele Menschen sehen sich selbst als handwerklich dermaßen unbegabt, dass sie lieber einen teuren Profi beauftragen, als es selbst wenigstens zu versuchen. Nun lassen sich die Erfahrungen mit einigen Handwerkern aber auch derart zusammenfassen, dass deren Leistungen oft nicht besser sind als die eines Laien – je nach eigenem Anspruch des Handwerkers an die Arbeit und nach Vorhandensein von Ideen und Lösungsansätzen, wenn es einmal schwierig wird.

Warum probieren Sie es nicht lieber selbst?

Das hat zum einen den Vorteil, dass Sie viel Geld bei der Errichtung des Holzzauns für Ihr Grundstück sparen, denn Sie zahlen schließlich nur für das Material und nicht für die Arbeit an sich. Zum anderen macht es unheimlich stolz, ein solches Werk selbst vollbracht zu haben. Und wenn nicht jede Zaunlatte ganz gerade ist – wen stört das schon? Dann pflanzen Sie eben eine Rankpflanze vor die Stelle, begrünen den Zaun teilweise und führen den Schmuck des Hauses so weiter.

Sind Sie sehr unsicher und sind Ihre Hände bei der Arbeit mit Hammer und Nägeln zu stark gefährdet, setzen Sie besser auf vorgefertigte Zaunelemente, die Sie in großer Zahl und in verschiedenen Ausführungen im Internet oder im Baumarkt erstehen können.

Ansonsten ist der Bedarf an Werkzeug überschaubar. Sie brauchen

  • den genannten Hammer und
  • die Nägel,
  • einen Spaten und
  • eine Säge,
  • eine Wasserwaage und
  • einen Zollstock sowie
  • Richtschnur,
  • Bohrmaschine und
  • Schraubendreher.

Damit die Zaunpfosten einen sicheren Stand haben, müssen sie einbetoniert werden, dafür wird ein Zementeimer gebraucht.

Wunderschöne Gartenzäune aus Holz in verschiedenen Ausführungen und Schwierigkeitsstufen beim Bau lassen sich mit den richtigen Anleitungen ganz leicht selbst herstellen. Den teuren Profi-Zaunbauer braucht damit niemand mehr!

Zaunpfahl ausrichten - und zwar solange das Funtament noch weich ist. (#01)

Zaunpfahl ausrichten – und zwar solange das Funtament noch weich ist. (#01)

Das richtige Holz auswählen

Ein Holzzaun ist nicht für die Ewigkeit bestimmt, denn er ist stets der Witterung ausgesetzt. Mit der Wahl des passenden Holzes sowie einer guten Imprägnierung kann ein solcher Zaun aber doch viele Jahre lang halten und gut aussehen. Kleinere Reparaturen lassen sich rasch durchführen und die Begrenzung Ihres Grundstücks ist wieder gesichert.

Setzen Sie vor allem auf Hartholz, dieses zeichnet sich durch seine besondere Beständigkeit aus. Allerdings sind Harthölzer auch sehr teuer. Wer auf kostengünstige Nadelhölzer setzt, sollte auf die Druckimprägnierung achten. Dabei wird das Imprägniermittel unter hohem Druck durch das Holz gepresst und erreicht so jeden kleinen Span. Die Haltbarkeit ist damit deutlich besser gegeben als bei einem bloßen Farbanstrich.

1. Schritt: Wo soll der Zaun entlangführen?
Rund um Ihr Grundstück dürften Grenzsteine liegen, anhand derer Sie den Grenzverlauf des Grundstücks erkennen können. Handelt es sich um ein altes Grundstück, können diese Steine aber gut und gern einen halben Meter tief im Boden verschwunden sein. Mithilfe der Karten im Geoviewer (frei im Internet zugänglich) lassen sich aber mit Glück die Grenzsteine finden.

Wenn nicht, sollten Sie das Gespräch mit den Nachbarn suchen und zusätzlich eine Vermessung in Auftrag geben, bei der die Grenzsteine neu positioniert werden. Mit den Nachbarn sollten Sie übrigens in jedem Fall sprechen, damit es später nicht zu Grenzstreitigkeiten kommt.

2. Schritt: Die Pfosten setzen
Die Richtschnur zeigt an, wo der spätere Zaun entlangführen soll. Der Zollstock kommt nun zum Einsatz und mit seiner Hilfe legen Sie die Position der einzelnen Pfosten fest. An den Ecken wird in jedem Fall ein Pfosten gesetzt, auf die langen Bahnen muss immer dort einer stehen, wo ein Zaunelement zu Ende ist. Wenn Sie vorgefertigte Zaunelemente verwenden, müssen Sie daher deren Breite kennen.

Der Pfosten kann aber nicht einfach nur in die Erde gesetzt werden, er würde mit der Zeit schief stehen. Außerdem ist die Gefahr, dass er schnell fault und dann wegbricht, viel zu groß. Setzen Sie daher Pfostenschuhe ein. Das sind spezielle Träger, auf die die Pfosten geschraubt werden können. Sie haben die Form eines U oder eines H und sorgen nicht nur für einen sicheren Stand der Pfosten, sondern auch für eine ausreichende Belüftung derselben.

Die Pfostenschuhe werden entweder in den Boden betoniert oder in die Erde geschlagen – die letztgenannte Variante ist aber vor allem dann ungünstig, wenn im Boden Bauschutt oder grobe Steine sind, die das Einrammen verhindern bzw. erschweren. Außerdem wird so keine ausreichende Festigkeit erreicht.

Besonders stabil steht der Zaun, wenn die Pfosten einbetoniert werden. Dafür graben Sie ein Loch in entsprechender Größe und an der passenden Stelle. Sie können dafür auch eine Scherenschaufel statt eines Spates verwenden, das geht schneller und einfacher. Wenn Sie nur einen kleinen Zaun setzen wollen, reicht eine Tiefe von ca. 60 Zentimetern aus, große Sichtschutzzäune hingegen brauchen eine Tiefe von 80 Zentimetern für die Pfosten. Ansonsten halten diese Elemente der Windbelastung nicht Stand und kippen um.

Wenn der angerührte Beton zu einem Ball geformt werden kann, besitzt er die passende Konsistenz und kann in das Loch für den Pfosten geschüttet werden. Die Träger der Pfosten werden nun begradigt, wofür die Richtschnur sowie die Wasserwaage sehr hilfreich sind. Lassen Sie die Pfostenschuhe nun in Ruhe trocknen, dafür brauchen sie zwischen 24 und 48 Stunden. Danach können Sie die Pfosten aufschrauben und es kann mit dem Befestigen der Zaunelemente losgehen.

Anbringen der Zaunelemente

Nicht immer soll der Holzzaun auch die typische Holzfarbe haben. Wenn Sie lieber einen bunten Zaun haben wollen, streichen Sie ihn vor der Montage oder sprühen Sie ihn entsprechend an. Eine Lasur ist immer dann gut geeignet, wenn die Maserung des Holzes sichtbar bleiben soll. Tragen Sie aber in jedem Fall zuerst eine Grundierung auf, damit sich die Veränderungen des Holzes, die üblich bei einer längeren Standzeit des Zauns sind, nicht zeigen.

Die Zaunelemente können fertig gekauft werden - oder man stellt sie induviduell selber her. (#02)

Die Zaunelemente können fertig gekauft werden – oder man stellt sie induviduell selber her. (#02)

Die Grundierung ist für Lasuren durchsichtig, wenn Sie auf einen farbigen Lack für den Zaun setzen, deckend. Verwenden Sie für den Zaun Hölzer, die druckkesselimprägniert sind, so sollten Sie die Elemente gegen Fäulnis und Bläue schützen. Entsprechende Anstriche sind im Baumarkt erhältlich.

Die Zaunelemente schrauben Sie nun an den Pfosten fest. Achten Sie bitte darauf, dass die Elemente gerade sind – messen Sie die genauen Höhen mit dem Zollstock und nutzen Sie auch die Richtschnur wieder.

Zu beachten

Im Nachbarschaftsrecht gibt es teilweise Bestimmungen, die die Höhe und das Aussehen des Zauns vorgeben – nicht immer haben Sie als Grundstücksbesitzer die freie Wahl und können entscheiden, was Sie nutzen und was nicht. Die rechtlichen Vorgaben sind aber in jedem Bundesland verschieden und teilweise unterscheiden sich sogar die Gemeinden.

In vielen kleinen Dörfern gibt es gar keine Vorschriften, die Zäune müssen lediglich zum Ortsbild passen. Das heißt aber nicht immer, dass jeder Zaun aussehen muss wie der vom Nachbarn. Es sollte nur ein schönes und einheitliches Bild ergeben. Wer seinen Metallzaun begrünt und damit den ländlichen Charakter erhält, kann diesen dann ebenso errichten wie der Nachbar seinen Holzzaun.

Ideen rund um den Zaun:

Weißer Zaun - absichtlich nicht ganz deckend gestrichen. Mit den Farbschattierungen, die daraus entstehen, passt er sich wunderbar in einen kunterbunten Garten ein. (#03)

Weißer Zaun – absichtlich nicht ganz deckend gestrichen. Mit den Farbschattierungen, die daraus entstehen, passt er sich wunderbar in einen kunterbunten Garten ein. (#03)

 

Zaun aus Gabionen und Holz - modern und schick. (#04)

Zaun aus Gabionen und Holz – modern und schick. (#04)

 

Zaun im Kolonialstil: Edel, weiß, repräsentativ. (#05)

Zaun im Kolonialstil: Edel, weiß, repräsentativ. (#05)

 

Holzzaun aus Halbrundholz: Einfach, schlicht und Jahre lang ein Hingucker. (#06)

Holzzaun aus Halbrundholz: Einfach, schlicht und Jahre lang ein Hingucker. (#06)

 

Holzzaun: Gerade für große Anwesen ist diese Art Zaun genial. (#07)

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Bunter Holzzaun: Wohnen wie Pipi Langstrumpf? Bunter gehts fast nicht mehr. Mit diese Zaun fällt man definitiv auf. (#08)

Bunter Holzzaun: Wohnen wie Pipi Langstrumpf? Bunter gehts fast nicht mehr. Mit diese Zaun fällt man definitiv auf. (#08)

 

Staketenzaun: Der Staketenzaun eignet sich vorallem für das Einfassen von Blumenbeeten. (#09)

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Ein Zaun in kunterbunt in kräftigen Farben ist zu heftig? Wie wäre es mit Pastell? Es müssen ja keine 8 oder gar 10 verschiedene Farbtöne sein. (#10)

Ein Zaun in kunterbunt in kräftigen Farben ist zu heftig? Wie wäre es mit Pastell? Es müssen ja keine 8 oder gar 10 verschiedene Farbtöne sein. (#10)


Bildnachweise: © fotolia Titelbild: maryviolet – #01 Leonardo Franko – #02 sutichak – #03 Stefan Körber – #04 ThomBal – #05 Christian Delbert – #06 tunedin – #07 Leonardo Franko – #08 Olaf Wandruschka – #09 DoraZett  – #10 Unclesam

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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