Bienen im eigenen Garten halten: Alles Wissenswerte für Hobby-Imker

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Die Biene wird immer seltener und schon Einstein wusste, dass der Tod der Biene auch den Tod der Menschen bedeuten würde. Wer nun Bienen im eigenen Garten halten möchte, tut der Welt und sich selbst etwas Gutes.

Bienen im eigenen Garten halten: Vorüberlegungen für Hobby-Imker

Die Honigbiene bildet einen Staat und gilt schon seit Jahrhunderten als wichtiges Nutztier für den Menschen. Angesichts dessen, dass die Zahl der Wild- und Honigbienen kontinuierlich zurückgeht, kommen immer mehr Menschen auf die Ideen, Bienen im eigenen Garten halten zu wollen. Das macht nicht nur Spaß, sondern bringt den Menschen direkte Vorteile: Bienenwachs, Honig und natürlich die Bestäubung der Pflanzen sind wichtig und können nicht künstlich ersetzt werden.

Bienen gehören zu den wichtigsten Insekten überhaupt und tragen maßgeblich zum Erhalt aller Kultur- und Nutzpflanzen bei. In Deutschland sind rund 500 Bienenarten heimisch, insgesamt gibt es mehr als 20.000 verschiedene Arten.

Wer Bienen im eigenen Garten halten möchte, braucht einen Bienenstock als Unterkunft für die Tiere. ( Foto: Adobe Stock -  muro )

Wer Bienen im eigenen Garten halten möchte, braucht einen Bienenstock als Unterkunft für die Tiere. ( Foto: Adobe Stock – muro )

Wissenswertes zur Honigbiene (Video)

Ehe ein Hobby-Imker an das Honigschleudern und das Abfüllen des Honigs in Gläser, das Anbringen der Honigetiketten mit Gewährverschluss als Gütesiegel und an den Verkauf des selbst erzeugten Honigs gehen kann, muss er erst einmal Bienen haben, halten und pflegen. Dafür ist es wichtig, die grundlegenden Fakten zur Honigbiene zu kennen.

Diese sind im Folgenden kurz zusammengefasst:

  • Ein Bienenvolk zählt bis zu 60.000 Tiere.
  • Die meisten Bienen sind Arbeiterinnen.
  • Arbeiterinnen sammeln Pollen und Nektar, übernehmen die Aufzucht der Larven und verteidigen den Bienenstock gegen Eindringlinge.
  • Männliche Drohnen besitzen keinen Stachel.
  • Drohnen sterben nach dem Paarflug mit der Königin, Überlebende werden vertrieben.
  • Eine Bienenkönigin legt bis zu 2.000 Eier am Tag.
  • Vor Schlüpfen einer neuen Königin teilt sich das Volk.
  • Spezielle Wachsdrüsen der Bienen sind für den Wabenbau wichtig.
  • In den Waben werden die Larven aufgezogen und Pollen sowie Honig gelagert.

Video: Bienen halten im eigenen Garten! 🐝 – Grundkenntnisse und Einführung in die Imkerei

Die nötige Ausstattung für die Bienenhaltung im Garten

Wer Bienen im eigenen Garten halten möchte, braucht einen Bienenstock als Unterkunft für die Tiere. Dabei muss der Bienenstock nichts Besonderes sein, eine einfache Holzkiste, die über ein Einflugloch verfügt, ist völlig ausreichend. Wichtig ist, dass sich der Deckel der Kiste aufklappen lässt.

In der Holzkiste befinden sich verschiedene Holzrahmen, die als Magazine bezeichnet werden und die herausnehmbar sein sollen. Dort können die Bienen ihre Waben bauen. Die Holzrahmen, die schon bald mit Honig gefüllt sein werden, heißen auch Beute. Tipp: Wer selbst Hand anlegt und einen Bienenstock bauen möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass das verwendete Holz absolut giftfrei ist.

Natürlich braucht auch der Imker selbst ein Mindestmaß an Ausstattung. Dazu gehört zuerst einmal der Schutzanzug, denn keine Biene ist erfreut, wenn der Honig weggenommen wird. Der Imkerschutzanzug schützt vor Bienenstichen. Imkerhut und Handschuhe gehören ebenfalls dazu. Außerdem ist das Imkerwerkzeug nötig, dazu gehören Bienenbesen, Stockmeißel und Rauchgerät. Des Weiteren ist eine Honigschleuder vonnöten, die aber für Anfänger noch weniger wichtig ist.

Meist verleihen örtliche Imkervereine auch solche Honigschleudern, sodass zuerst einmal auf diese zurückgegriffen werden kann. Eine Neuanschaffung ist dann noch nicht nötig. Wer die ersten Kurse für angehende Imker und festgestellt hat, dass das Imkern tatsächlich ein tolles Hobby ist, kann immer noch die eigene Honigschleuder erwerben.

Es ist daher wichtig, in gute Schutzkleidung zu investieren, denn keine verärgerte Biene wird sich durch ein „Au!“ vom Stechen abhalten lassen. ( Foto: Adobe Stock -  kosolovskyy )

Es ist daher wichtig, in gute Schutzkleidung zu investieren, denn keine verärgerte Biene wird sich durch ein „Au!“ vom Stechen abhalten lassen. ( Foto: Adobe Stock – kosolovskyy )

Das wichtigste Zubehör: Die Bienen

Um Bienen im eigenen Garten halten zu können, muss natürlich auch ein Bienenvolk vorhanden sein. Oft sind in der regionalen Anzeigenzeitung Bienenvölker inseriert, doch auch professionelle Imker bieten überzählige Bienenvölker an. Wichtig: Verantwortungsbewusste Imker offerieren ihre Bienenvölker nur innerhalb der Schwarmzeit, da sich die Bienen zu dieser Zeit ohnehin teilen und an neuen Orten ansiedeln.

Der richtige Umgang mit Bienen und rechtlichen Regelungen

Bienen sind keine Haustiere, sie lassen sich nicht zähmen. Es ist daher wichtig, in gute Schutzkleidung zu investieren, denn keine verärgerte Biene wird sich durch ein „Au!“ vom Stechen abhalten lassen. Auch für das Haus gilt: Durch die Nähe zum Garten und zum dort befindlichen Bienenstock ist es nötig, an allen Fenstern und Türen Insektenschutzgitter anzubringen. So lassen sich die fleißigen Tierchen am einfachsten draußen halten.

Video: Bienen halten für Anfänger: Tipps für Imker-Neulinge – die wichtigsten Antworten auf eure Fragen

Mit Bienen richtig umgehen

Wer Bienen im eigenen Garten halten möchte, sollte wissen, wie mit diesen Tieren umzugehen ist. Sie sind zwar recht friedlich, doch auch sie können gereizt reagieren, wenn sie sich gestört fühlen oder wenn sie meinen, sich verteidigen zu müssen.

Gut zu wissen: Bienen sind keine Wespen und dementsprechend absolute Vegetarier. Sie fühlen sich nicht zum Grillgut hingezogen und finden auch die Essendüfte aus der Küche nicht besonders spannend. Sie brauchen einfach nur ihre Ruhe und wollen nicht durch die Nähe zum Menschen gestört werden. Der Bienenstock sollte daher mit einigem Abstand zu Wohngebäuden, zum Spielplatz der Kinder und zur Terrasse aufgestellt werden.

Bei der Arbeit sollte der Hobby-Imker stets ruhig vorgehen und hastige Bewegungen vermeiden. Diese könnten die Bienen aufschrecken und sie könnten versuchen, den Eindringling mit Stichen abzuwehren. Leider muss eine Biene aber nach dem Stich sterben, denn ihr Stachel ist dann ausgerissen. Daher stechen Bienen auch nur dann zu, wenn sie keine andere Lösung mehr haben und sich bedroht fühlen.

Das Halten von Bienen ist in der Regel allen Menschen erlaubt, eine besondere Qualifikation ist dafür nicht nötig.  ( Foto: Adobe Stock - Darios )

Das Halten von Bienen ist in der Regel allen Menschen erlaubt, eine besondere Qualifikation ist dafür nicht nötig. ( Foto: Adobe Stock – Darios )

Bienen im eigenen Garten halten: Relevante rechtliche Fragen

Verschiedene Gesetze regeln auch, wann jemand Bienen im eigenen Garten halten darf und wann nicht. Grundsätzlich gilt hier, dass jeder auf seinem eigenen Grundstück Bienen halten darf. Wer aber feste Bienenhäuser errichten möchte, braucht in der Regel eine Baugenehmigung, die bei der Gemeinde einzuholen ist. Die zuständige Baubehörde kann zudem einschreiten, wenn es sich um ein ausgewiesenes Wohngebiet handelt, in dem ein Bienenwagen aufgestellt werden soll. Wichtig: Als bauliche und damit genehmigungspflichtige Anlage gilt bereits ein Holzgestell, das sechs Bienenstöcke trägt.

Das Halten von Bienen ist in der Regel allen Menschen erlaubt, eine besondere Qualifikation ist dafür nicht nötig. Es ist aber empfehlenswert, sich die grundlegenden Fakten rund um Bienen und zum Imkern anzueignen, was über entsprechende Kurse möglich ist. Hierbei geht es auch um rechtliche Regelungen zur Bienenhaltung, die durchaus bekannt sein sollten.

Dürfen Mieter Bienen halten?

Wer Bienen im eigenen Garten halten möchte, muss sich nur an die Auflagen der zuständigen Baubehörde halten. Was aber ist mit Mietern? Hierzu urteilte das Amtsgericht Hamburg-Harburg, dass Bienen keine Kleintiere sind, die ohne Zustimmung des Vermieters gehalten werden können (Az.: 641 C 377/13). Mieter sollten daher vor Anschaffung der Bienen die Zustimmung des Vermieters einholen.

Muss ein fester Abstand zu den Nachbarn eingehalten werden?

Eine allgemeine Vorschrift existiert dazu nicht, es ist aber empfehlenswert, wenn der Abstand zu den Nachbarn mindestens fünf Meter beträgt. Außerdem kann das Anlegen einer Hecke sinnvoll sein, so fliegen die Bienen nicht auf direktem Weg in Nachbars Garten. Ist die Bienenhaltung ortsüblich und angemessen, müssen die Nachbarn die Insekten dulden. Ausufern darf die Bienenhaltung aber nicht.

Tipp: Um die gute Nachbarschaft zu erhalten, sollte ab und zu ein Glas Honig übergeben werden. Es ist zudem sinnvoll, schon vor der Anschaffung der Bienen das Gespräch mit den Nachbarn zu suchen. Sollte dort jemand Bedenken oder gar eine Allergie gegen Bienen haben, ist die Skepsis nachvollziehbar. Dann sollte nach einem Kompromiss gesucht werden.

Müssen Bienen versichert werden?

Der Imker muss für Schäden aufkommen, die die Bienen verursachen. Dazu können auch Stiche der Nachbarn oder verschmutzte Gegenstände zählen. Die private Haftpflichtversicherung ist hier in den meisten Fällen ausreichend. Ein Blick in die Police ist angebracht – reicht der Schutz nicht, sollte der Versicherungsumfang erweitert werden.

Tipp: Wer als Hobby-Imker in einem Imkerverband aktiv ist, wird über die Haftpflichtversicherung des Verbandes geschützt.

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