Gartenweg anlegen: Schritt für Schritt zu neuen Wegen

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Erst der richtige Gartenweg lässt die grüne Oase hinter dem Haus zu einem Idyll werden, denn beim Beschreiten des Weges offenbart sich der Gartenbereich in all seiner Pracht. Wie Sie einen Gartenweg anlegen, erfahren Sie hier.

Gartenweg anlegen: Die Planung macht’s

Planung ist alles, das gilt auch beim Anlegen der Gartenwege. Möchten Sie diese optisch begrenzen, sollten Sie sie am Zaun entlangführen oder durch eine Hecke einrahmen. Soll sich aber ein grünes Idyll vom Gartenweg aus zeigen, sollten Sie links und rechts vom Weg mit offenen Flächen, Stauden und Blumen arbeiten.

Dabei gilt: Es muss nicht teuer sein, einen Gartenweg anzulegen – die richtige Planung ist das A und O! Überlegen Sie sich vorab, wohin die Laufwege führen sollen: Soll es einen Hauptweg und mehrere Verzweigungen geben? Oder möchten Sie eher einen Rundweg gestalten? Soll der Weg zu einem bestimmten Ziel führen – beispielsweise eine Sitzecke hinter Blumen und Sträuchern – oder soll er einfach nur verhindern, dass jeder, der den Gartenbereich betritt, den Rasen platt tritt?

Die allgemeine Gartengestaltung setzt auch Möglichkeiten und Grenzen, wenn Sie einen Gartenweg anlegen wollen. Denn ein hübscher Bauerngarten passt nicht zu einem Weg aus Rasengitter- oder gar Betonsteinen. Ein nüchterner Garten im japanischen Stil hingegen vereinbart sich nicht mit Wegen, die mit Hackschnitzeln bedeckt sind. Ehe Sie sich ans Bauen der Gartenwege machen, nehmen Sie eine umfassende Planung und Berücksichtigung der Gartengestaltung vor.

Video: Gartenwege

Gartenweg anlegen: Verschiedene Materialien sind möglich

Wenn Sie einen Gartenweg anlegen, so können Sie mit verschiedenen Materialien arbeiten. Besonders günstig sind Hackschnitzel (in unterschiedlichen Holztönen erhältlich) und Rindenmulch.

Der Vorteil: Angesichts der Wassermassen, die in unseren Breiten neuerdings vom Himmelströmen, bieten diese Materialien dem Wasser die Möglichkeit, ungehindert abzufließen. Sie müssen sich nicht über Pfützen (oder sogar einen See statt eines Weges) ärgern, das Wasser kann einfach im Boden versickern.

Sie können die Wege auch günstig mit Kieselsteinen verschiedener Größe auslegen, wobei Sie als Körnung mindestens 15 bis 20 mm wählen sollten. Diese Steingröße ist zum Laufen gut geeignet. Sehr kleine Steine bieten dem Fuß kaum einen Widerstand. Sie sehen zwar gut aus, allerdings hinterlässt jeder, der darüber läuft, kleine Kuhlen.

Wichtig: Kieselsteine sind wirklich nur für Wegebereiche gut wenn Sie damit Laufwege bauen, die von der Straße zu Ihrer Haustür verlaufen, werden Sie sich spätestens dann darüber ärgern, wenn Sie selbst, Ihre Frau oder ein weiblicher Besuch mit Absatzschuhen über diesen Weg laufen muss. Kieselwege sind absatzfressende Monster und sorgen demzufolge für wenig Freude bei den Schuhträgerinnen.

Sie können den Gartenweg auch mit Betonsteinen anlegen bzw. pflastern. Dies erfordert einige Mühe und ist recht kostenintensiv. Dafür sieht ein solcher Weg immer sauber und gepflegt aus, wenn er nur ab und zu abgefegt wird. Wasser kann hier allerdings nicht gut versickern und bleibt meist als Mini-Gartenteich für einige Tage darauf stehen.

Die allgemeine Gartengestaltung setzt auch Möglichkeiten und Grenzen, wenn Sie einen Gartenweg anlegen wollen. (#01)

Die allgemeine Gartengestaltung setzt auch Möglichkeiten und Grenzen, wenn Sie einen Gartenweg anlegen wollen. (#01)

Schritt für Schritt zum tollen Gartenweg

Sie haben das Ergebnis Ihrer Überlegungen bereits im Kopf und überlegen nun, wie Sie den Gartenweg am besten anlegen können? Dann folgen Sie doch einfach dieser Anleitung:

  1. Verlauf markieren
    Überlegen Sie sich gut, wo und wie der Gartenweg, den Sie anlegen wollen, verlaufen soll. Möchten Sie eine Schleife einbauen, soll er im Kreis führen, kleine Kreuzungen haben? Markieren Sie den geplanten Verlauf mithilfe von Holzstäbchen und einer Schnur – vergleichbar mit dem Anlegen eines Beetes im Gemüsegarten. Bedenken Sie dabei die richtige Breite des Weges: Er muss an den Seiten noch befestigt werden, was mit Randsteinen möglich ist. Die Breite der Randsteine geht aber von der tatsächlichen Lauffläche des Weges wieder ab und sollte anfangs bei Ihren Markierungen berücksichtigt werden.
  2. Weg ausstechen
    Stechen Sie die Kanten entlang Ihrer Markierung ab und heben Sie den Boden etwa zehn Zentimeter tief aus. Mit diesem Erdaushub lassen sich andere Stellen im Garten verfüllen oder Sie legen woanders neuen Rasen an. Stechen Sie dafür die gesamte Grasnarbe aus und verlegen Sie diese anschließend „am Stück“ an der gewünschten Stelle. Hier müssen Sie nur noch etwas Erde oder Komposterde zum Füllen der Fugen aufstreuen und alles angießen und schon haben Sie einen belastbaren Rasen. Doch zurück zum Weg: Versuchen Sie bereits beim Ausheben, einen glatten Untergrund zu erreichen und stechen Sie keine zu tiefen Löcher in die Erde.
  3. Steine entfernen
    Je nach Bodenbeschaffenheit müssen Sie damit rechnen, dass Sie auf größere Steine und Wurzeln stoßen. Diese müssen entfernt werden, sodass sich ein glatter Untergrund ergibt. Ebnen Sie diesen zusätzlich, indem Sie ihn mit einer Walze glätten.
  4. Graben schaufeln
    Heben Sie an den Seiten des zukünftigen Weges einen kleinen Graben aus. Hier sollen später die Randsteine verlegt werden. Wenn Sie den Gartenweg anlegen, sollten Sie daher ungefähr die Größe der künftigen Randsteine kennen, damit Sie den Graben entsprechend anpassen können.
  5. Kiesschicht einfüllen
    Verfüllen Sie den Graben mit Sand oder feinem Kies. Diese ermöglicht Ihnen eine gleichmäßige Platzierung der Randsteine, die dank des Kieses in die richtige Position gerückt werden können.
  6. Steine verlegen
    Verlegen Sie nun die Randsteine, und zwar so, dass diese gleichmäßig und in einer Linie liegen. Das erfordert ein gutes Augenmaß und ein wenig Geduld!
  7. Zwischenräume ausfüllen
    Damit die verlegten Steine nicht einfach nach hinten wegrutschen oder am Ende schief stehen, weil der Gartenweg auch benutzt wird, sollten Sie den Steinen etwas Rückhalt geben. Dafür verfüllen Sie den offenen Raum zwischen Rasenkante und Randsteinen mit Kies oder Erde, sodass kein Freiraum mehr vorhanden ist. Füllen Sie aber nicht zu viel Material ein, weil die Steine ansonsten nach vorn gedrückt werden und wiederum schief sind.
  8. Gartenweg auffüllen
    Sie müssen den Weg nicht nur anlegen, sondern auch auffüllen – verfüllen Sie ihn mit dem gewählten Material: Kieselsteine, Rindenmulch, Hackschnitzel oder Sand. Dabei muss die Füllung etwas höher als die Randsteine sein, denn sie wird binnen kurzer Zeit festgetreten werden. Wichtig: Wenn der Boden, auf dem Sie den Weg anlegen, sehr lehmig ist, müssen Sie unter den Rindenmulch eine Schicht aus Kies bringen. Dieser dient als Drainage und sorgt dafür, dass das Wasser aus Niederschlägen nicht auf dem Wegbelag steht.
  9. Anwalzen
    Zuletzt walzen Sie Rindenmulch oder das betreffende Material noch einmal an, sodass der Weg glatt ist. Ideal ist es, wenn Sie ihn nicht direkt benutzen, sondern wenn der Gartenweg einige Tage ruhen kann. So hat das aufgebrachte Material genügend Zeit, um sich zu setzen und reagiert nicht gleich mit Löchern, wenn jemand darauf tritt.
Unser Tipp: Wenn Sie ein Wegesystem anlegen wollen, so sollte die Planung für den übrigen Gartenbereich stehen bzw. sollte dieser fertig geplant und bepflanzt worden sein. (#02)

Unser Tipp: Wenn Sie ein Wegesystem anlegen wollen, so sollte die Planung für den übrigen Gartenbereich stehen bzw. sollte dieser fertig geplant und bepflanzt worden sein. (#02)

Wenn Sie ein idyllisches Wegesystem anlegen, so ist diese Arbeit nicht einmalig. Sie müssen damit rechnen, das Füllmaterial immer wieder erneuern zu müssen. Bei Rindenmulch können Sie davon ausgehen, dass Sie diesen alle zwei Jahre erneuern müssen, denn er befindet sich in einem ständigen Rotteprozess.

Das hat allerdings auch einen Vorteil: Wenn Sie andere tolle Ideen für einen schönen Gartenweg haben, können Sie diese einfach umsetzen. Sie sind nicht an Ihren Weg „gebunden“, sondern können diesen immer wieder nach Ihren Wünschen und Gestaltungsvorlieben neu designen.

Unser Tipp: Wenn Sie ein Wegesystem anlegen wollen, so sollte die Planung für den übrigen Gartenbereich stehen bzw. sollte dieser fertig geplant und bepflanzt worden sein. Wege werden zuletzt angelegt, denn nur dann lässt sich richtig feststellen, wo sie am besten entlangführen sollten, welche Highlights des Gartens damit „angesteuert“ werden und welche Verlaufsformen die besten sind.

Video: Gartenplanung: Kies statt Pflaster?

Gartenwege anlegen und pflegen

Naturmaterialien haben einen entscheidenden Nachteil gegenüber dem Pflastern von Gartenwegen: Sie bieten Pflanzen einen idealen Nährboden. Auch wenn Unkräuter gern als Pionierkräuter bezeichnet werden auf den Wegen haben sie nichts verloren! Ein Schutzvlies unter dem Rindenmulch bringt nicht viel, weil sich die meisten Unkräuter durch Aussamen vermehren und von oben her wachsen.

Hier hilft nur, konsequent vorzugehen und eine Ausbreitung durch rechtzeitiges Ausreißen der Pflanzen zu verhindern. Ein wenig helfen auch die Randsteine, die zumindest verhindern, dass der Rasen seitlich über den Gartenweg wuchert.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: design.at.krooogle-#01: Romolo Tavani -#02: Hannamariah

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About Author

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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